Ende 1942
lernten sich in Berlin die Hausfrau und Mutterkreuzträgerin Lilly
Wust und die im Verborgenen lebende lebenslustige jüdische Journalistin
Felice Schragenheim (genannt Jaguar) kennen. Die 21-jährige Felice
verliebt sich in die neun Jahre ältere Lilly. Die Gefühle werden erwidert.
Nach einer kurzen glücklichen Zeit wurde Felice schließlich deportiert
und starb kurz vor Kriegsende im KZ Bergen-Belsen.
Diese
wahre Geschichte verarbeitete Erica Fischer zu dem Roman "Aimée
und Jaguar", den Max Färberböck 1998 verfilmte. Hier wurden
Aimée und Jaguar von Julianne Köhler und Maria Schrader zwar mit
großer Intensität verkörpert, doch der geschichtliche Hintergrund
spielt immer nur eine Rolle, wenn es Färberböck gerade dramaturgisch
in den Kram passt.
Einen
sehr viel besseren Eindruck von der damaligen Zeit (und auch von
der Beziehung der beiden Frauen) vermittelt nun dieses Buch, das
zugleich auch der Katalog zu einer Wanderausstellung ist. Neben
privaten Fotos aus dem Besitz von Lilly Wust enthält es auch teilweise
erschreckende und grausige offizielle Dokumente wie Vorladungen
oder Durchlassscheine sowie das Schreiben einer Flaschenverschluss-Fabrik
aus dem Jahre 1942, mit dem versucht wird zu verhindern, dass die
jüdischen Arbeitskräfte der Fabrik "evakuiert" werden.
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