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So
berechtigt die Forderung aus der Überschrift auch ist - Astrid
Lindgren wäre der Nobelpreis wahrscheinlich völlig wurscht. Nach
der Lektüre dieses Werkportraits ist mir das völlig klar.
Wie soll man ein Buch rezensieren, von dem man restlos begeistert
ist? An dem es überhaupt nichts auszusetzen gibt, außer vielleicht,
dass man ewig weiterlesen möchte und nach 908 Seiten enttäuscht
über die "Kürze" ist? Genau! Eine bodenlose Frechheit
von den Herausgebern uns zuerst 908 Seiten lang wieder süchtig
zu machen auf Astrid Lindgrens Werke, uns trunken zu machen mit
zahlreichen Jugenderinnerungen die mit der Lektüre des Werkportraits
wieder aus unserem Unterbewusstsein hochschwappen, und uns dann
keinen Stoff mehr zu liefern.
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Spaß beiseite und absolute Kaufempfehlung. Wenn Sie als Kind eine
gute Zeit mit Astrid Lindgrens Büchern hatten, und ich kenne eigentlich
niemanden der das nicht hatte, gehört dieser Band in ihre Büchersammlung.
Schon beim Lesen der Auszüge aus der ersten Version des Pippi
Langstrumpf-Romans, der sogenannten Ur-Pippi,
werden Sie Tränen lachen. Die Ur-Pippi war nämlich noch viel anarchistischer
als die dann später gedruckte und zu 60% bearbeitete Fassung.
Zwar ist Lindgrens Schreibstil bei der Ur-Pippi noch uneinheitlicher
als in der dann weltweit bekanntgewordenen Fassung, aber das stört
bekanntlich keinen großen Geist. Wobei ich gestehen muss, dass
ich die Pippi Langstrumpf-Bücher als Kind nicht gelesen habe.
Das war in meiner Jugend Kram für Mädchen. Leider. Hätte ich sie
damals nur gelesen, vielleicht hätte ich dann später die Frauen
besser verstanden, mit denen ich zusammen war. Meine ersten Lindgren-Bücher
waren die Geschichten aus Büllerbü gefolgt von Kalle Blomquist
und den Abenteuern von Rasmus und Pontus. Ich glaube "Rasmus
und der Landstreicher" muss ich mindestens dreimal gelesen
haben. Genau wie "Ferien auf Saltkrokan". Als später
dann die ersten Hormonschübe der Frühpubertät meine Sinne verdrehten,
verliebte ich mich (bis heute) in die Darstellerin der Malin in
der Saltkrokan-Verfilmung. Was für eine schöne Frau. Was für eine
prima Geschichte.
Aber ich schweife ab. Zu den Fakten. In dem Werkband sind nicht nur Auszüge
aus den besten Kapiteln der Lindgrenschen Bücher enthalten, sondern auch
Interviews, Briefe, Tagebuchnotizen, Reden, Kolumnen sowie der komplett
abgedruckte Roman "Ronja Räubertochter". Ergänzt wird das Ganze
durch Texte bekannter Autoren, die über Astrid Lindgren oft genauso
begeistert in Jugenderinnerungen schwelgen wie ich. In dieser Komplettheit
bis jetzt noch nirgends veröffentlicht. Außer vielleicht in Schweden. Aber
Schwedisch liest sich so schwer. Und außerdem heißt Michel aus Lönneberga
in Schweden EMIL aus Lönneberga. Warum? Auch darüber wird Sie dieser
Werkband aufklären.
G. N.
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