Conan, einst vagabundierender Söldner, ist König des mächtigsten Reiches seiner Zeit geworden: Aquilonien. Dass dieser soziale Aufstieg nicht unblutig vor sich gegangen ist, dürfte dem Leser klar sein. Doch das Volk Aquiloniens vermisst Conans tyrannischen Amtsvorgänger Numedides ganz und gar nicht, denn unter der klugen und gerechten Regentschaft von Usurpator Conan blüht Aquilonien auf.
Aber
neue dunkle Wolken ziehen auf: Die Heerscharen des Nachbarlandes
Nemedien unter dem Kommando von König Tarascus fallen in Aquilonien
ein. Die aquilonischen Verteidiger ziehen in die entscheidende Schlacht,
die allerdings für sie unter keinem guten Stern steht: deren
Anführer König Conan fällt scheinbar bei der Attacke,
die führerlos gewordenen Truppen fliehen in Panik oder werden
niedergemacht. Tarascus zieht als Sieger in der aquilonischen Hauptstadt
Tarantia ein und macht als Marionettenkönig Numedides’
verweichlichten Sohn Valerius zum neuen Regenten.
Doch
Conan ist nicht tot. In Ketten landet er in einem nemedischen Verlies.
Er muss erkennen, dass auch Tarascus nur eine Marionette des Zauberers
Xaltotun ist, der im Geheimen die Fäden zieht. Mithilfe eines
Mädchens aus Tarascus’ Harem, Zenobia, gelingt Conan
zwar die Flucht aus der Gefangenschaft. Doch er muss bei seiner
Rückkehr nach Aquilonien erkennen, dass er mit seiner Macht
auch die meisten seiner einstigen Getreuen verloren hat. Das Volk
scheint sich mit der Tyrannei der neuen Machthaber abgefunden zu
haben, der Widerstand ist gebrochen. Doch Conan ist nicht der Mann,
der sich aufgibt. Und so macht er sich daran, sein einstiges Königreich
zurückzuerobern, so wahnwitzig dieses Vorhaben auch sein mag.
Der
Roman "Die Stunde des Drachen" (früherer
dt. Titel: Conan der Eroberer), bildet den Hauptteil des
zweiten Bandes der ultimativen Conan-Komplettausgabe.
Daneben liegen mit "Der schwarze Kreis“ und
"Salome, die Hexe“ nun alle Conan-Stories des
Jahres 1934 in einem Band vor.
Wie schon im ersten Band ist auch dieses Buch angereichert mit Materialien
und Exposes sowie durch vier Farbtafeln mit 8 ganzseitigen Bildern
und zahlreichen weiteren meisterhaften s/w-Illustrationen, diesmal
vom aktuellen "Prinz Eisenherz"-Zeichner
Gary Gianni.
Auch
von "Die Stunde des Drachen“ entstand 1974 eine
gelungene US-Comicversion von Roy Thomas, Gil Kane und John Buscema
in sechs Teilen (für diejenigen, die’s interessiert:
in "Giant Size Conan 1-4", sowie "Savage Sword of
Conan 8 & 10"). Leider wurde dieser Comic meines Wissens
niemals auf Deutsch veröffentlicht.
Fazit:
Wiederum ein Pflichttitel für jede Fantasy-Bibliothek. Was
Herakles und Sigurd für die griechische bzw. nordische Mythologie
waren, sind Charaktere wie Howards Conan oder Burroughs’ Tarzan
für unsere Zeit: Heldensagen mit epischen Ausmaßen und
wuchtiger Erzählkraft, die einfach unsterblich sind.
Stefan
Meduna
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