Im Bahnhof
des französischen Örtchen Perpignan wartete Salvador Dali
regelmäßig auf seine Gattin Gala, die sich um die Versendung
seiner für die USA bestimmten Gemälde kümmerte. Das
eher schliche Bahnhofsgebäude löste bei Dali zahlreiche
Visionen und Träume aus, die sich schließlich im 4,02 x
2,95 m großen Gemälde “La gare de Perpignan“
(Untertitel: "Pop, Op, Yes-yes, Pompier") entluden. Die
Bildmitte des Werkes zeigt gleich zweimal einen schwebenden Dali (entstanden
nach einer durch eine Plexiglasscheibe aufgenommenen Fotografie),
einen Güterwagen, bäuerliche Motive nach Jean-Francois Millet
und ein riesiges schimmerndes Andreaskreuz sowie Gala in Rückansicht.
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Das
Gemälde befindet sich heute im Besitz des Kölner Museums
Ludwig und wird dort vom 18.3 bis 25.6.2006 von einer großen
Ausstellung mit Fotos, Werken von Dali und weiteren Künstlern
seines Umfelds flankiert und interpretiert. Zur Ausstellung erscheint
ein umfangreicher Katalog, der “La gare de Perpignan“
als Klapptafel, einige Beispiele wie die französische Bahn
das Motiv für Werbezwecke benutzte aber auch eine Geschichte
des Bahnhofs von Perignan enthält. Das Buch beschäftigt
sich u. a. auch damit wie Dali Fotografien in seinem Werk einsetzte
und enthält Biografien von Weggefährten wie Luis Bunuel
oder Man Ray.
Sehr interessant ist Robert Descharnes Artikel über die Entstehung
des Gemäldes. Der Autor war selbst daran beteiligt indem er
für Dali eine große Papierpyramide baute. Deren Spitze
wurde dann gekappt wurde um Lichtverhältnisse zu studieren,
die Dali in die Darstellung des Andreaskreuze einfließen ließ.
Dali hielt den Bahnhof in Perpignan für das Zentrum der Welt,
was Descharnes damit zu erklären versucht, dass ganz in der
Nähe des Ortes der legendäre Urmeter gemessen wurde.
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