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Tokyo, ca. 1950: Der dreizehnjährige Sei hat einen großen Traum: Zeichner zu werden. Als er von dem berühmten Meister Noro Shinpei als Schüler angenommen wird, kann er sein Glück kaum fassen. In Shinpeis zweitem Schüler Tokida findet Sei darüber hinaus trotz aller charakterlichen Unterschiede einen guten Freund. Doch er muss bald erkennen: vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.
Trotz der familiären Atmosphäre in Shinpeis Atelier haben
die beiden Jungen einen strengen Lehrmeister. Es sind schwere
Zeiten so kurz nach dem Krieg, voller Unruhen und mit einer ungewissen
Zukunft, und doch: auch gegen den Widerstand seiner Familie findet
Sei in der Zeichenkunst seine Berufung und sein Glück. Als sein
Vater in die USA auswandert, muss Sei eine schwerwiegende Entscheidung
treffen...
Allen Say (*1937) ist ein bekannter amerikanischer Kinderbuchautor- und Illustrator. Es ist wohl nicht schwer zu erraten, dass sein Geburtsname Sei (in Japan mit zwei “i“ geschrieben) war. Dieser autobiographische Roman erschien bereits 1999 erstmals auf Deutsch unter dem Titel “Die Schüler des Comicmeisters“. Für die Taschenbuchausgabe setzte man offensichtlich auf die Manga-Kiddies als neues Zielpublikum, hat die damalige Übersetzung konsequent einer Verjüngungskur unterzogen und “Comics“ durch “Manga“ sowie “Cartoonist“ durch “Mangaka“ ersetzt sowie ein stilistisch völlig unpassendes neues Titelbild von Nina Werner gewählt. Dass man auf das stimmungsvolle Titelbild der Originalausgabe (von Allen Say persönlich) verzichtet hat, ist allerdings wirklich unverzeihlich. Ein Buch über einen Zeichner ohne eine einzige Zeichnung von ihm?! Es liegen leider nicht allzu viele von Allen Says illustrierten Werken in deutscher Sprache vor, bis auf “Allison“ (Moritz Verlag, 1998) und “Dr. Schmidts Safari“ (Insel Verlag, 1974) sind mir keine hiesigen Veröffentlichungen bekannt.
Fazit: Ein wirklich großartiges Buch! Ältere Leser sollten sich keinesfalls durch die missglückte Umschlaggestaltung abschrecken lassen. Allen Say präsentiert uns mit der Geschichte seiner Jugend ein hochinteressantes Stimmungsbild aus dem Japan der Nachkriegsjahre, eine bewegende “Coming-of-Age“-Story und nicht zuletzt einen tiefen Einblick in die Frühzeit des japanischen Comics.
Stefan
Meduna
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