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"Doch
die Quellen des Bösen brechen wieder auf, und sie überschütten den
jungen König mit Blut und Feuer.“ (aus dem Buch der Sajaha)
Tanger:
Erschüttert steht Kommissar Khalid Abdelkarim vor der Leiche seines
alten Freundes Mesoud. An einen Unfall kann er nicht glauben, doch
selbst wenn er die Hintergründe des rätselhaften Todes kennen würde,
er würde sie wohl für die Erfindung eines kranken Geistes halten
– zu unfassbar ist die Wahrheit, als dass menschlicher Verstand
sie verkraften könnte. Menschenleben bedeuten dem Mörder von der
Loge des Orkult nichts – was zählt, ist sein Auftrag – und der lautet:
Tod dem dritten Sargon, der allein laut Prophezeiung den Sieg der
Mächte der Finsternis verhindern könnte. Nur der Orden der „Wächter
der Schwarzen Sonne“ stellt sich dem Kampf gegen den scheinbar allmächtigen
Gegner.
Der
provokante Umgang mit rechtsesoterischer Symbolik scheint die Kassen
der Buchhändler klingeln zu lassen – in letzter Zeit erschienen
eine Vielzahl unterschiedlichster literarischer Erzeugnisse, die
den uralten Mythos des Sonnenrades aufgriffen – von James Twinings
eher lauen Thrillern (dt. bei Bastei) bis hin zu diversen tatsächlich
oder angeblich wissenschaftlichen Schwarten – sogar der neueste
Fall der jugendlichen Detektive "Drei ???“ hat die
"Schwarze Sonne“ im Titel. Selten zuvor aber wurde
das Thema so kenntnisreich und doch so unterhaltsam abgehandelt
wie bei El Farrak. Zwar bedient
er sich bei den Motiven recht ungeniert bei einschlägigen Autoren
wie z.B. Russell McCloud, zimmert sich daraus aber durchaus ein
eigenes, komplexes Universum. Ins Auge sticht vor allem der radikale
Wechsel der Erzählperspektive gegenüber dem ersten Band: die Ereignisse
werden großteils in der Ich-Form erzählt – vom heimtückischen, aber
charismatischen Mörder von der Orkult-Loge. Dieser erzählerische
Kunstgriff erlaubt es dem Autor, den mit den mythologischen Hintergründen
vielleicht nicht so vertrauten Leser auf originelle Weise an die
Thematik heranzuführen. Muss ich noch gesondert erwähnen, dass es
wie im wild umstrittenen ersten Teil auch diesmal nicht an drastischer
Gewaltdarstellung und frechen Seitenhieben auf den Zeitgeist mangelt?
Fazit:
Ein okkulter Psychothriller, der mit erzählerischer Raffinesse
und völlig überraschenden inhaltlichen Wendungen besticht
. Trotz einiger Längen eine würdige Fortsetzung der phantastischen
Saga.
Stefan
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