Anno 1977
reist Thorsten mit einer gemischten Gruppe seiner evangelischen Gemeinde
auf eine Familienfreizeit. Der sechzehnjährige Junge ist recht
klein für sein Alter und zudem auch noch Jungfrau, doch in seinen
Phantasien ist er alles andere als ein Spätzünder. Das öde
Ostsee-Kaff Scharbeutz, der kirchliche Ballast mit öde heruntergerappelten
Morgenandachten, die schlechte Verpflegung (“Na ja, bei
343 Mark darf kann man auch nichts Großartiges erwarten“)
und die daraus nicht resultierenden Verdauungsprobleme lassen (zunächst)
das Schlimmste befürchten...
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Wer
“Fleckenteufel“ als männliches Gegenstück
zu Charlotte Roches “Feuchtgebiete“ sehen möchte
(und die Aufmachung des Buches nährt diese Assoziation), liegt
nicht völlig daneben. Noch etwas ausführlicher als in
seinem genialen und gelungen verfilmten Erstlingswerk “Fleisch
ist mein Gemüse“ widmet sich Heinz Strunk jenen
mehr oder weniger flüssigen Substanzen die der menschliche
Körper ausscheidet bzw. sich weigert auszuscheiden. Auch die
immer wieder eingestreuten Passagen in denen Thorsten die Umstände
im Zeltlager mit den “Tatsachen“ aus dem von ihm heimlich
konsumierten Landserheften – Stichwort Sibirien -
vergleicht, mögen Geschmackssache sein.
Doch in dieser rauen manchmal auch klebrigen Schale befindet sich
ein angenehm weicher Kern. Einfühlsam schildert Strunk wie
der Tod von Elvis die Lagergemeinschaft erschüttert (“About
a Boy“ lässt grüßen, hier verarbeitete
Nick Hornbys den Selbstmord von Kurt Cobain) und Thorsten langsam
beginnt durchzublicken. Der Heranwachsende merkt, dass die vermeintlich
coolen Typen auch nur mit Wasser kochen und das drittschönste
Mädchen vielleicht ebenfalls akzeptabel sein könnte.
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