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Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossarah…
kein Karl May-Leser, der diesen Namen nicht zu jeder Tages- und
Nachtzeit mit leuchtenden Augen auswendig aufzusagen weiß. Kein
Wunder, zählt der pfiffige kleine Kerl doch zu den unvergesslichsten
Charakteren im May-Universum, der nicht zuletzt durch seine ungemein
menschlichen Schwächen sehr viel glaubwürdiger ist als der fast
halbgottähnliche Winnetou. Um so erstaunlicher, dass May nie in
ausführlicherer Form berichtet hat, wie sich sein Alter Ego Kara
Ben Nemsi und sein treuer Halef eigentlich kennengelernt haben.
Jörg Kastner hat sich entschlossen, diese Lücke zu schließen und
erzählt uns, wie es gewesen sein könnte...
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Als
der junge deutsche Abenteurer in Algier landet, wird er sogleich
Zeuge eines Raubüberfalls. Der Täter lässt einen
Dolch mit einem seltsamen Erkennungszeichen zurück: dem schwarzen
Skorpion. Als er in der Kasbah von Algier dem kauzigen Halef begegnet,
ahnt noch keiner von beiden, dass das nicht nur der Anfang eines
großen Abenteuers, sondern auch einer wunderbaren Freundschaft
ist.
Die Urfassung dieses Romans erschien bereits vor einigen
Jahren unter dem Titel "Hadschi Halef Omar und die Oase
des Scheitans“. Die vorliegende Fassung wurde jedoch stark
überarbeitet und wesentlich erweitert, so dass man durchaus von
einem neuen Roman sprechen kann. Er handelt unmittelbar vor "Durch
Wüste und Harem“, dem ersten Auftritt Halefs bei May. In
den "Gesammelten Werken“ des Karl-May-Verlags bildet
diese Erzählung den ersten Band unter dem Titel "Durch
die Wüste“. "Hadschi Halef Omar“ wäre chronologisch
also als Band 0 einzuordnen.
Fazit: Zugegeben - auch ich war erst mehr als skeptisch, aber Jörg Kastner kann mit May-Pastiches wie jenen von Franz Kandolf oder Edmund Theil locker mithalten. Kastner macht nicht den Fehler, May sklavisch kopieren zu wollen, sondern entwickelt durchaus seinen eigenen Stil, bleibt aber dem Geist des Originals in der Regel respektvoll treu. So kommt es zu wirklich witzigen Dialogen zwischen Kara und Halef (göttlich das Gespräch über das Verlagswesen), sehr gelungen ist auch der Running Gag, dass Halef das ganze Buch hindurch nie dazu kommt, sich mit vollständigem Namen vorzustellen, sondern immerzu durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall daran gehindert wird. Kastner schuf einen ungemein charmanten Abenteuerroman, der zu jeder Zeit unterhaltsam zu lesen ist. Und wer weiß, vielleicht gibt es aus seiner Feder ja bald neue Abenteuer unserer längst unsterblich gewordenen Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar? Ich jedenfalls würde mich darüber freuen.
Stefan Meduna
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