Zürich,
Anfang der 90er Jahre: Luisa ist von zu Hause ausgerissen und lebt
und arbeitet jetzt bei der Schneiderin Renate. Als im Schwulenmilieu
ein Mord an dem Studenten Peter geschieht, werden auch die beiden
Frauen unaufhaltsam in den Strudel der Ereignisse gezogen, denn wie
der Ermordete waren auch sie Stammgäste in dem Lokal “Small
G“. Ricky, der Liebhaber Peters, verliebt sich in Teddy, in
welchen sich wiederum Luisa verguckt hat. Genau wie Teddy ist aber
auch Luisa leider dem eigenen Geschlecht nicht abgeneigt. Spätestens
ab da wird es wirklich kompliziert...
So
ist dieser Roman weniger ein Krimi denn eine Geschichte um die Schicksale
diverser grundverschiedener Menschen, die im “Small G“
verkehren. Leider ist dieselbige arg verworren geraten und stellt
die Geduld des Lesers mitunter auf eine harte Probe.
Seit
2002 bringt der Diogenes Verlag die Werke von Patricia Highsmith
(1921-1995) in neuer Übersetzung und Aufmachung heraus, da frühere
Ausgaben (teilweise drastisch) gekürzt und bearbeitet waren. “Small
G – eine Sommeridylle“ war der letzte –posthum erschienene- Roman
der Altmeisterin der subtilen Spannung. Von letzterer ist hier leider
nicht allzu viel zu bemerken. Die Handlungsstränge ziehen sich quälend
langsam dahin, der Mord an dem Studenten verkommt dabei zur Nebensache.
So ist “Small G“ qualitativ leider sehr weit entfernt von Highsmith’
frühen Meisterwerken wie der Reihe um Tom Ripley. Wirkliche Fans
werden um den Ankauf der bibliophilen und wirklich hervorragend
editierten Neuausgabe von Highsmith’ Werken wohl nicht herumkommen.
Nachworte, Kommentare und editorische Notizen runden den positiven
Gesamteindruck ab. Die Werkausgabe soll 31 Bände umfassen.
Stefan
Meduna
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