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Regel Nummer Eins: Es gibt keine Verbrechen in Stalins
Sowjet Union. Regel Nummer Zwei: Wer dies anzweifelt begeht das
einzig mögliche Verbrechen, nämlich Zweifel am Staat an sich.
Dazu gibt es nur eine Klausel im Gesetz, so karg und ungenau formuliert,
dass alles als Verbrechen gegen den Staat ausgelegt werden kann.
Um es den Bürgern einfacher zu machen gibt es Staatsbeamte, die
diesen Vergehen nach gehen und es reicht einfach mit dem Finger
auf jemanden zu zeigen und eine wage Vermutung auszusprechen.
Denunzieren wird belohnt, doch Belohnung kann von einer Stunde
zur nächsten zur Strafe werden.
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Doch MGB-Offizier Leo Demidow glaubt an diese Welt. Nach
einer erfolgreichen Militär Laufbahn, hübscher und intelligenter
Frau, ist nicht nur für ihn alles perfekt, sondern auch für seine
Eltern, die von seiner Sonderstellung profitieren. Doch als Leo
seinem Freund und Kollegen erklären muss, dass der Tod seines
Sohnes ein tragischer Unfall und kein grausamer Mord war, sähen
die Ungereimtheiten des Falles den ersten Zweifel. Und diese Zweifel
erklären den Staatsheld zum Staatsfeind.
Leo riskiert Familie und auch sein eigenes Leben durch
heimliche Nachforschungen, denn es gab mehr als nur einen Mord.
Leo muss einen wahnsinnigen Serientäter finden in einem Staat
in dem es kein Mord gibt und jeder seiner Schritte überwacht wird.
Kind 44 ist nicht nur ein exzellent recherchierter und
fesselnder Krimi (und Debütroman!) sondern eine erschütternde
Reise in die finsterste Zeit von Russland, die literarisch bisher
wenig beachtet wurde. Der komplette Thriller spielt im Winter
und man glaubt zu keiner Zeit, dass es einen weiteren Frühling
geben kann.
Fazit. Warm einpacken und ab in den Buchladen
oder bequem von zu Hause aus dieses Buch besorgen bevor der Schnee
schmilzt.
Turner
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