Michael Graeter
schrieb regelmäßige Klatsch-Rubriken in Bollwerken des guten Geschmacks wie
"Bild" oder "Bunte". Er wird wohl einmal dadurch unsterblich
werden, dass er eine Kunstfigur inspiriert hat, der er in keiner Weise das
Wasser reichen kann. In Helmut Dietls TV-Serie "Kir Royal" war er das
Vorbild für die Figur des Baby Schimmerlos. Doch während sich Dietl zielsicher
und pointiert über die Münchner Gesellschaft und die Bayrische Politik lustig
machte, blieb der Klatschreporter Graeter ein kleiner Wadlbeisser, der in seinen
Artikeln auch schon einmal ungefällige Lufthansa-Angestellten anschwärzte,
indem er deren Namen genauso fett drucken ließ, wie sonst nur die
öffentlichkeitsgeilen Möchtegerns.
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Jetzt
hat Graeter auch noch aus manchmal wahllos platzierten Bausteine
seiner alten Artikel ein "Lexikon des Klatsches" zusammengestellt.
Das hat nicht nur Nachteile, denn in kleine übersichtlichen Häppchen
angerichtet, ist Graeters nur sehr selten originelle Schreibe (dagegen
ist selbst die späte Ponkie noch eine absolute Witzgranate) noch
halbwegs zu ertragen.
Zwar
hagelt es steinalte "Bonmots" wie (über Otti Fischer):
"Steigt er auf die Waage, erscheint im Display: Bitte nicht
in Gruppen wiegen." Doch wer schon immer einmal wissen wollte
wer Wolfgang Reitzle ("Paradiesvogel der Automobil-Szene")
oder "Deutschlands bekanntester Herzbube" Prof. Dr. Bruno
Reichard ("erstaunlich guter Freizeit-Maler") sind, wird
erschöpfend informiert.
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