Beim Durchblättern von so manchem Reiseführer kommt alles andere als Vorfreude auf, sondern eher der Eindruck, dass ein Aufenthalt in der beschriebenen Region auch ganz schön anstrengend werden kann. Daher könnte es durchaus von Vorteil sein, wenn das faktenreich abgehandelte (bzw. abgeurteilte) Land gar nicht existiert.
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In
diese Marktlücke stieß ein australisches Autorentrio. Sie entführte
den Leser im Jahre 2003 nach “Molwanien“ dem “Land
des schadhaften Lächelns“ und entlocken ihm dabei so manches schadenfrohes
Lächeln.
In diesem ersten “Jetlag Travel Guide“ ist z. B. zu erfahren, dass
die Bewohner des osteuropäischen Märchenlandes gerne außer Haus
essen (“am liebsten in Frankreich oder Deutschland“), stolz auf
ihre Einstellung zu Behinderten sind (ab 1985 wurde diesen sogar
“gestattet ohne besondere Genehmigung zu betteln“) und sehr strenge
Waffengesetze haben (Handfeuerwaffen tragen dürfen “lediglich Polizisten,
Soldaten, Mitglieder von Sportschützenvereinen, Zollbeamte, Parkplatzwächter,
Tierärzte, Briefträger, Grundschullehrer, Festangestellte und Nonnen“).
Unter
dem Motto “Jetzt noch schadhafter!“ erschien bereits eine um 12
Attraktionen ergänzte Ausgabe des Reiseführers, die u. a. auch auf
das Amphitheater von Licij hinweist in dem es Monstertruck-Shows
und Konzerte (sowie überfahrene Popstars bei versehentlichen Doppelbelegungen)
gibt.
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Mittlerweile
liegen bereits zwei ähnlich gelagerte “Reiseführer“ vor, die belegen
dass sich das australische Autorenteam nicht nur über Osteuropa
lustig machen kann, sondern es sich um echte Global Player handelt.
Unter
dem Motto “Land des krampfhaften Lächeln“ wird uns Phaic
Tan die “Achselhöhle Asiens“ vorgestellt. Hier überzeugen
vor allem die schlauen Spartipps von Sven Teitarssen. Dieser rät
z. B. einfach vor einem Theaterhaus oder Konzerthaus zu warten und
die herauskommenden Zuschauer zu bitten die Vorführung zu beschreiben:
“So können Sie am Zauber teilhaben ohne viel Geld für Karten auszugeben.“
Auch
nicht schlecht ist der Ratschlag in Hotels möglichst hartnäckig
um den Zimmerpreis zu feilschen, denn nach langen Verhandlungen
wird es “inzwischen Morgen sein, und Sie werden kein Zimmer mehr
brauchen.“
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Die
Herausgeber haben sich bei ihrem aktuellsten Werk, dem Travel Guide
zu San Sombrèro (“Karibik, Karneval und Kakerlaken“),
die Spartipps von Sven leider gleich ganz gespart, doch ansonsten
hat auch dieses Buch alle Qualitäten der beiden vorherigen Bände.
Im mittelamerikanische Land “in dem die katholische Kirche Tieropfer
erlaubt und Schulkantinen Rum ausschenken“ sind auch ältere Reisende
willkommen “ganz besonders bei Taschendieben, für die sie leichte
Beute sind.“
Die
“Jetlag Travel Guides“ könnten maßgeblich dazu beitragen Fernreisen
zu verhindern aber auch das genaue Gegenteil erreichen und jeden
Touristen davon überzeugen, dass er sich garantiert nicht am schlimmsten
Ort der Welt aufhält.
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