Gleich vorweg - der Rezensent hat sich schon lange nicht mehr so köstlich amüsiert, wie in vorliegendem Roman des Kanadiers Alan Bradley. Schauplatz England, Anfang der 50er Jahre, inklusive Herrenhaus plus Nachbardorf mit schrulligen Einwohnern. Gleich nebenan dürfte (sinnbildlich) Miss Marple wohnen.
Obwohl
es sich um einen Krimi für Erwachsene handelt, ist die Heldin (und
Ich-Erzählerin) die 11jährige Flavia de Luce. Eine wirklich herzerwärmend,
sarkastische Ich-Erzählerin. Eines Tages entdeckt die kleine Flavia
ihre Liebe zur Chemie, und dort speziell zur Destillation von diversen
Kräutlein aus Wald und Flur. Viele nette Tränke und Tinkturen kann
sie so herstellen. Äusserst wirksame Mittel gegen die unliebsame
Verwandtschaft - einer wirklich auserlesenen Schar von boshaften
und hinterhältigen Parasiten. Flavia liebt sie alle aus vollem Reagenzglas.
Alles
wäre also in bester vergifteter Atmosphäre, bis Flavia eines Morgens
einen Sterbenden im Gurkenbeet entdeckt. Des Mordes wird Flavias
Vater, ein passionierter Briefmarkensammler verdächtigt. Und ohne
wirklich etwas zu verraten - Flavia ist nicht die Mörderin, sondern
beginnt im Gegenteil den Fall zu ermitteln.
Lesegenuss
und schwarzer Humor vom Feinsten.
Angereichert ist die spannende Story mit einer Fülle von interessanten und witzigen Details aus der Historie von Chemie, Philathelie, Pflanzenkunde, Literatur und Theater. Die besten Engländer kommen eben doch aus Kanada.
Sowohl
als Giftmischerin -pardon- Chemikerin, als auch Detektivin hat Flavia
de Luce in Zukunft noch einiges zu tun. Ich bin wirklich gespannt
auf ihre weiteren kriminalistischen Abenteuer. In England, Kanada
und den USA ist der Band bereits in den Bestseller-Listen.
G.
N.
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