Genau
wie die recht gefälligen Werke von Friedensreich Hundertwasser
in so manchem Fastfoodladen hängen, schmücken die bunten
Nanas (oder billige Kopien davon) der Niki de Saint Phalle (1930 –
2002) heute so manches Schaufenster. Doch das war nicht immer so.
Als 1974 drei runde und pralle Nanas in Hannover am Leineufer aufgestellt
wurden, gab es zunächst einen massiven Kunstskandal.
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Noch
provozierender waren die Frühwerke der Niki de Saint Phalle.
Die junge Künstlerin verarbeitete auf ihre Art, traumatische
Jugenderlebnisse. Sie wurde im Alter von 11 Jahren von ihrem Vater
missbraucht und dies schlug sich z. B. in den so genannten Schießbildern
nieder. Hier schoss Niki mit aufplatzenden Farbbeuteln auf weiß
getünchte Reliefbilder, die oft männliche Autoritätspersonen
darstellten.
Das vorliegende Buch ist der Katalog einer Ausstellung die noch
bis zum 18. September 2005 im Schloss Neuhardenberg gezeigt wird.
Es trägt zwar den Titel “Nana Power“, enthält aber auch zahlreiche
Abbildungen von Werken aus Nikis weiteren Schaffenszyklen. Die “Bräute“,
die “verschlingenden Mütter“ oder auch die Frühwerke, die sie noch
als Niki Mathews realisierte, setzten sich alle auf verschiedene
Weise mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinander. Einzig
die knallbunten Nanas, von denen die Künstlerin in Stockholm sogar
ein 28 Meter großes begehbares Model realisierte, verzichteten dabei
ganz auf depressive Untertöne und verkörpern die pralle Lebensfreude.
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de Saint Phalles "Grotte" in den Herrenhäuser
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