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Finster war’s, der Mond schien helle


 
Autor: Richard Laymon
Titel: Finster
Originaltitel: Night in the lonesome October
Umfang: 544 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: EUR 9,99
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453675834
Website: www.heyne.de  


Dies ist die Geschichte von Ed, dessen Herz gebrochen wurde. Verzweifelt streunt er durch die Straßen der stillen kleinen Stadt, in der alles schläft und nur einer einsam wacht. Oder? Ed Logan glaubt, dieses Städtchen zu kennen, in dem er studiert, und doch scheint es bei Nacht ein völlig anderer Ort zu sein.
 
    
 

Als der von seinen sexuellen Obsessionen gequälte Ed ein ihm unbekanntes Mädchen sieht, das auch herumstreunt, beschließt er ihr zu folgen, um herauszufinden was es mit ihr auf sich hat. Dieses Unterfangen gestaltet sich leider schwieriger, als man annehmen sollte. Was er jedenfalls findet, sind eine irre, greise Radfahrerin, einen Serienkiller, ein paar Menschenfresser und noch ein paar andere eher seltsame Mitbürger, denen man besser nicht im Dunkeln begegnen sollte. Und sonst wohl auch nicht.

Für die hiesigen Fans von Richard Laymon ("Das Spiel", "Die Insel", "Das Grab") war 2010 ein Jahr der Freude: dies ist (wenn ich mich jetzt nicht allzu sehr verzählt habe) schon der vierte Roman von ihm, der dieses Jahr auf Deutsch erscheint. Der viel zu früh verstorbene amerikanische Kultautor erfreut sich auch hierzulande einer immer größer werdenden Beliebtheit – gut so, denn nach wie vor gibt es viele interessante Erzählungen von ihm, die einer deutschen Veröffentlichung harren. Wenn Heyne weiter so zügig vorgeht, dürfen wir uns bald an einer Laymon-Gesamtausgabe erfreuen. "Der Meister des Seltsamen“ (okay, den Titel habe ich mir gerade ausgedacht, aber er ist treffend, nicht wahr?) hätte es jedenfalls verdient.

Fazit: Richard Laymon passt wirklich in keine Schublade. Ehrlich gesagt: Auch ich bin nicht in der Lage, herauszufinden, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Glaubt man einmal, es endlich zu wissen, vollzieht der Autor einen neuerlichen radikalen Handlungsschwenk. Ist es wirklich eine Horrorgeschichte, wie der Klappentext ankündigt? Ja. Nein. Vielleicht. Weiß nicht. Kannibalen gibt’s auf jeden Fall… aber ich fürchte, ich verrate schon wieder zu viel. Sei’s drum, der Leser bekommt einen herrlich schrägen Roman mit einer Vielzahl an skurrilen Charakteren serviert, den man ganz einfach gelesen haben sollte.

Stefan Meduna

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