Mitte des 18. Jahrhunderts galten Scherenschnitte gegenüber anderen Kunstformen wie etwa der Malerei als minderwertig. Da ein damaliger sehr sparsamer Finanzminister unter Ludwig XV auf den Namen Etienne de Silhouette hörte, hießen die preiswerten, oft mechanisch angefertigten und vielfach auch auf Jahrmärkten erhältlichen Scherenschnitte künftig Silhouetten.
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Im
Kunstbau, einem zur Ausstellungsfläche umgeformten U-Bahn-Zwischengeschoss
das zum Münchener Lenbachhaus gehört, können sich die Besucher von
der Vielfältigkeit dieser immer noch sehr lebendigen Kunstform überzeugen.
So sind neben den wohl in allen Disziplinen unvermeidlichen Großmeistern
Warhol und Picasso auch einige der über 1000 sehr phantasievollen
Scherenschnitte des Märchenpoeten Hans Christian Andersen ausgestellt.
Wunderschön sind auch die unglaublich filigranen Werke von Ernst
Moritz Engert.
Einziger Wermutstropfen ist, dass Lotte Reininger, der durch filmische
Meisterwerke wie "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (1923)
wohl prominentesten Vertreterin des Scherenschnitts, nur durch Videos
vertreten ist. Exponate ihrer raffiniert gestalteten Animationsfiguren
waren hingegen nicht zu sehen. Der vorliegende sehr schön aufgemachte
Ausstellungskatalog ist jedenfalls eine gute und wichtige Ergänzung
zu dieser interessanten Ausstellung.
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