Das Leben
ist wahrhaft nicht gerecht. Der junge Egon Schiele musste miterleben,
wie sein Vater an der Syphilis qualvoll zugrunde ging. Während
seiner künstlerischen Laufbahn wurde Schiele, der er für
seine Akte oft minderjährige Modelle einsetzte, beständig
der Pornographie bezichtigt und landete durch eine Verkettung unglücklicher
Umstände zu Unrecht im Gefängnis. 1918 erkrankte er an der
spanischen Grippe und verstarb im Alter von nur 28 Jahren.
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Er
hinterließ ein sehr umfangreiches Werk, das sich zu großen
Teilen im Besitz der Wiener Albertina befindet. Mehr als 90 von
Schieles Zeichnungen und Aquarellen wurden an das Van Gogh Museum
in Amsterdam verliehen. Dort findet bis zum 19. Juni 2005 eine umfassende
Schiele-Ausstellung statt, die neben Gustav Klimt auch die Einflüsse
von Vincent Van Gogh darstellt. Genau wie dieser sein “Schlafzimmer
in Arles“ malte, verewigte auch Schiele seine von Malutensilien
umgebene Schlafstätte in Neulengbach als Ölbild auf Holz.
Schieles traurig schlanke “Sonnenblume II“ hingegen
ist deutlich weniger sinnesfroh als die berühmtere schillernd
gelbe Version Van Goghs.
Das
Kernstück der Ausstellung sind aber natürlich die zahlreichen
Aktstudien, die bei aller anatomischer Finesse (oder gerade deswegen)
heute nur noch schwerlich als Pornographie zu bezeichnen sind. Der
deutschsprachige Katalog enthält, chronologisch gegliedert
in Wort und Bild, noch einen umfassenden Lebenslauf Schiele und
bietet einen sehr umfassenden Einblick in Leben und Werk bzw. Liebe
und Tod von Egon Schiele.
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