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Nicht komplett aber gut


 
Autor: Phil Hardy (Herausgeber)  
Titel: Die Science Fiction Filmenzyklopädie. 100 Jahre Science Fiction
Originaltitel: The Overlook Film Encyclopedia: Science Fiction
Umfang: 560 Seiten
Format: Softcover, reich bebildert
Preis: EUR 39,90
Verlag: Heel
ISBN: 3893656014
Website: www.heel-verlag.de  


Hätten Sie es gewusst? Der beste Film der “Star Wars-Trilogie“ ist “Die Rückkehr der Jedi Ritter“ und nach dem ersten Kinofilm flauten die “Star Trek“-Serie ganz furchtbar ab und erreichten niemals mehr das Niveau der TV-Serie. Auch die Zuordnung bzw. die Nichtzuordnung der Filme zum Science Fiction-Genre wirkt oft etwas willkürlich: “Critters 3“, der in der Großstadt spielt, ist drin; “Critters 4“, der im Weltraum spielt, fehlt. “Als Dinosaurier die Erde beherrschten“ ist dabei; “Eine Million Jahre vor unserer Zeit“ nicht.
 
    
 

Ferner stört die Tatsache, dass, obwohl der deutsche SF-Film im vorliegenden Buch eigentlich ganz gut vertreten ist (sogar mit Alexander Kluges “Der große Verhau“), Werke wie “Der Herr vom anderen Stern“ (obwohl Rühmanns “Ein Mann geht durch die Wand“ enthalten ist) und “Es ist nicht leicht ein Gott zu sein“ (obwohl Fleischmanns “Die Hamburger Krankheit“ besprochen wird) nicht enthalten sind. Auch das Register könnte etwas üppiger sein und zumindest noch Regisseure und die nur am Rande besprochenen Filme erfassen.

Ansonsten darf getrost behauptet werden, dass der Heel Verlag mit dieser Filmenzyklopädie ein absolut unverzichtbares Standartwerk vorlegt, dass eine Flickschusterei wie das "Heyne Lexikon des Science Fiction Films" der Herren Hahn und Jansen mit ihrer Mischung aus unkommentierten Inhaltsangaben und arroganten Kurzkritiken (á la "trotzdem sind wir gegen das Verbrennen von Filmen") deklassiert und in das Freunde des fantastischen Films garantiert immer mal wieder reinschauen werden.

Hardy und seine Mitstreiter sind bestrebt jeden Science Fiction-Film chronologisch zu erfassen, zu sichten und zu besprechen. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, liegen schon mal daneben, versuchen aber immer zu begründen, warum sie z. B. Kubricks Filme nicht für das Nonplusultra halten. Auch der chronologische Aufbau des Buches macht Sinn und bietet demjenigen, der sich die lohnende Mühe macht das fundiert ins Deutsche übersetzte Werk von Anfang bis Ende (also in diesem Falle eben nicht von "A bis Z") durchzulesen, einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung des Genres. Besonders hervorzuheben ist die überwältigende Fülle an fantastischen Stummfilmen, die so umfangreich wohl nirgendwo aufgelistet und kommentiert werden.

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