Patricia Schultz gelang mit “1000
Places to see before you die: Die Lebensliste für den Weltreisenden“
ein Bestseller. Der Nutzwert des knapp 1000-seitigen Schmökers ist
jedoch äußerst gering, denn der Normalsterbliche wird sich die aufgelisteten
Luxushotels und Nobelrestaurants (die einen Großteil der Places
ausmachen) kaum leisten können, bevor er ganz normal (aber eben auch
nicht völlig verarmt) stirbt.
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Einen
nicht zu unterschätzenden Vorteil hatte das Buch jedoch, es
regte den englischen Autor und Comedy-Produzenten Richard Wilson
möglicherweise auf aber auf alle Fälle dazu an ebenfalls
einen Ratgeber für das Leben vor dem Tode zu schreiben. Sein
Ansatz ist bescheidener, sein Buch ist deutlich dünner und
enthält auch nur 101 angeblich wichtige Dinge, doch der Gebrauchswert
ist ungleich höher. Wilson listet völlig überschätzte
Sachen auf, die einem dauernd empfohlen werden und (er)findet Ausreden
um darauf verzichten zu können.
Es geht dabei nicht nur um Reisen (völlig überflüssig
ist der Besuch von Thailand, dem Grand Canyon sowie dem Taj Mahal)
sondern auch um Musik (verzichtbar sind u. a. “Dark Side of
the Moon“ und “Sgt. Pepper´s“), Filme (unbedingt versäumen:
“Citizen Kane“ und “Panzerkreuzer
Potemkin“) und sonstige Aktivitäten wie Fallschirmspringen
oder “flotter Dreier“. Wilsons Begründungen, warum die jeweiligen
Dinge dem Leser ruhig “am Arsch vorbei gehen dürfen“ (so der Originaltitel)
sind höchst subjektiv doch schlüssig und meist sehr komisch. Zudem
ist Wilson auch noch selbstkritisch, denn er gibt auch zu, dass
es nicht unbedingt nötig ist “ein Buch zu schreiben“.
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