Sandra
Al Djaro ist eine aufstrebende Medienfrau und moderiert eine TV-Sendung
über “elektronische Musik und Kosmetik“. Daher gestaltet sich
ihre Beziehung zum linksdogmatischen Subkommandante Markus nicht gerade
einfach. Trotzdem zieht Sandra in dessen WG, disqualifiziert sich
jedoch als “Ausbeuterin“ nachdem sie eine Putzfrau angeheuert hat.
Aus Frust darüber reist die Deutsch-Irakerin nach Bagdad um zwei
Musiker zu befreien, die dort in einem “Big Brother“-Container gefangen
gehalten werden...
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Dies
ist nur eine der zahllosen Storylines, die Thomas Michalke allwöchentlich
hart am Rande der Tagespolitik in seinen “Bigbeatland“-Strips weiterspinnt.
Die Serie erscheint seit 2002 in der linken Wochenzeitschrift “Jungle
World“ und es liegt auch ein erster sehr schön gestalteter
Sammelband im Querformat vor. Der Verlag Reprodukt bezeichnet die
Serie nicht zu Unrecht als “linke Lindenstraße“ (obwohl die
TV-Serie ganz gewiss nicht als “rechts“ zu bezeichnen ist), denn
auch bei “Bigbeatland“ mischen sich Privates und Politisches. Michalke
beschreibt halbwegs funktionierende Wohngemeinschaften und gar nicht
mehr funktionierende Familien.
Sehr
ansprechend ist auch Michalkes Zeichenstil. Die Figuren sind meist
als durchaus knuffige Funny Animals gestaltet, die Farbgebung wechselt
zwischen grell und rötlich. Gelegentlich arbeitet Michalke
auch Fotoelemente ein und experimentiert auch sonst mit der Form
des Strips etwa wenn er im unteren Bereich noch eine zusätzliche
Geschichte namens “Little Bigbeatland“ einarbeitet. Die Strips lassen
sich sehr gut in einem Rutsch lesen, was sicher auch daran liegt,
dass Michalke stärker an seinen Figuren als an knalligen Schlusspointen
interessiert ist. Es ist zu hoffen, dass weitere Zeitungen ähnliche
Experimente wie “Bigbeatland“ wagen und nicht einfach nur Lizenzen
von etablierten Comic-Serien einkaufen.
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