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Programm vom 5.Februar 2012
Impressionen vom größten Comicfestival Europas in Angoulême
Die letzte Januarwoche scheint nicht gerade der ideale Zeitpunkt für ein Comicfestival zu sein. Doch in der touristisch gut erschlossenen und auch landschaftlich sehr schönen Region Poitou-Charentes herrscht um diese Zeit ein mildes unwinterliches Klima. Für das unweit von Cognac und La Rochelle gelegene Örtchen Angoulême ist die Veranstaltung sehr viel mehr als ein Vorwand um einmal im Jahr über 200.000 Besucher anzulocken und an der Preisschraube der örtlichen Hotels zu drehen. Die Comics haben hier bleibende Spuren hinterlassen und das nicht nur in Form von zwei beeindruckenden Comic-Museen, deren Pforten das ganze Jahr über geöffnet sind. Viele Bewohner bemalten ihre Häuser mit Comic-Motiven und die Straßenschilder haben die Form von Sprechblasen, so gibt es eine “Rue Goscinny“ oder einen “Espace Franquin“. Während des “Festival de la BD“ hübschen Geschäfte ihre Schaufensterdekorationen mit Comicmotiven auf und überall sind markante rote Wegweiser platziert, damit die zahlreichen Orte des Geschehens problemlos zu finden sind.
  
©UFoto
Die
Veranstaltung fand erstmals 1974 statt und auch nach 39 Festivals
sind in Angoulême bei
den zahlreichen internationalen Besuchern, Künstlern und Verlegernnoch
keine Ermüdungserscheinungen festzustellen.
Die
Wahl des nicht gerade als pflegeleicht geltenden New Yorker Künstlers
Art Spiegelmann zum Comic-Präsidenten überraschte zunächst,
denn in 39 Jahren gab es bisher nur fünf nicht aus Frankreich
oder Belgien stammende Amtsinhaber. Spiegelman lehnte es zwar ab
im Rahmen des Festivals Interviews zu geben. Doch ansonsten erwies
er sich als Glücksfall für die Veranstaltung, da er nicht
nur ein einflussreicher Comickünstler, sondern auch ein äußerst
versierter Comic-Fachmann ist und gleich mit zwei Ausstellungen
geehrt wurde.
 
Wir zeigen frische Impressionen vom am 29.1. zu Ende gegangenen
Festival.
Hier
geht´s zu einen Angouleme-Bildbericht beim COMIC GUIDE
Comics
lesen!
Fester
Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics
lesen!" die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen
versteht. Regelmäßig und kontrovers wird Gastgeber Heiner
Lünstedt mit Rainer Schneider, dem Kommunikationswissenschaftler
und Comicforscher Ralf Palandt und dem Comiczeichner
Robert Platzgummer über aktuelle Comics diskutieren.
Diese
Comics stehen diesmal zur Debatte:
“Gastoon“
(Toonfish) frei nach Franquin:
Wenn
eine Comicfigur erfolgreich ist, bekommt sie Kinder bzw. es werden
dann auch Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt. Dies geschah
bereits mit dem kleinen Spirou oder mit Lucky Luke,
der als Lucky Kid den Schnuller schneller als sein Schatten
zog. Jetzt hat die Verjüngungskur auch den vom genialen Zeichner
und Autoren André Franquin geschaffenen Chaoten Gaston
erwischt. Wie wir in einer neuen Comic-Serie erfahren, hat er
auch noch einen kleinen ihm zum Verwechseln ähnlich sehenden Neffen
namens Gastoon, der ebenfalls mit wahnwitzigen Erfindungen
seine Umwelt aufmischt..
Natürlich
stellt sich hier die Frage nach dem Sinn des Ganzen und ob ein
Werk wie dieses nicht von fehlendem Respekt gegenüber den meisterlichen
Kurzgeschichten von André Franquin zeugt.
Das erste “Gastoon“-Album besteht jedoch aus
Onepagern. Diese wurden recht liebevoll von Simon Léturgie gezeichnet,
während die Stories von dessen Vater Jean (dieser textete auch “Lucky
Kid“) und Yann stammen. Neben “Neffen“ von Alfons, Demel und
sogar Bruchmüller (der mit den Verträgen) ist auch eine “Nichte“
von Fräulein Trudel mit von der Partie. Dennoch spielen hier – ganz
im Gegensatz zum “kleinen Spirou“, der sehr viel frivoler
daher kommt als seine erwachsene Version – Pubertät und Zwischenmenschlichkeiten
keine Rolle. Stattdessen trägt ein kleiner Gaston-Klon
seine Streitigkeiten mit Lehrern und Parkwächtern in durchaus franquinscher
Chaoten-Tradition aus.
"Alte Meister"
von Nicolas Mahler nach Thomas Bernhard
(Suhrkamp):
Schon
sehr lange wurde gemunkelt, dass der traditionsreiche Suhrkamp
Verlag sich auch am Graphic-Novel-Boom beteiligen würde.
Namhafte Zeichner sollten Titel aus dem regenbogenfarbenen Verlagsprogramm
mit Autoren wie Hermann Hesse, James Joyce oder Martin Walser umsetzen.
Lange hat es gedauert bis zu erfahren war, dass der eher spartanisch
zeichnende Wiener Humorist Nicholas Mahler (“Flaschko“,
“Engelmann“) sich an einer Adaption
von “Alte Meister“, einem Roman seines Landmannes Thomas
Bernhard, versuchen würde.
In
dem sich humorvoll mit der (bildenden) Kunst auseinandersetzenden
Buch schreibt Bernhard: “Ein großes bedeutendes Bild halten wir
nur dann aus, wenn wir es zur Karikatur gemacht haben.“ Dieser Satz
könnte den Ausschlag dafür gegeben haben, Mahler auf Bernhard loszulassen.
Die tragikomische Geschichte handelt vom Kunstkritiker Reger, der
versucht den Tod seiner Frau dadurch zu verkraften, dass er sich
die Meisterwerke im Wiener Kunsthistorischen Museum so lange anschaut
bis er einen Makel findet. Nur Titoretto Gemälde “Der weißbärtige
Mann“ hält seinem kritischen Blick stand, was auch daran liegen
kann, dass Reger einst beim Betrachten dieses Bildes seine Frau
kennengelernt hat.
Mahler
adaptiert den Roman in zumeist großformatigen Bildern und arbeitet
dabei (für seine Verhältnisse) relativ detailreich. Mit wenigen
Strichen bringt er gut erkennbare altmeisterliche Gemälde zu Papier
und die stilvoll eingesetzte gelbgoldene Schmuckfarbe unterstreicht
den musealen Schauplatz der Geschichte. Bernhards leicht absurder
Humor scheint Mahler zu liegen, der auch die Tragik der Geschichte
nicht ausspart. Trotz ernsthafter Themen ist “Alte Meister“
ein zugänglicher leichtfüßiger Comic.
Außerdem
stellt Matthias Schäfer die unbekannteste Trickfilm-Figur der
Welt vor:
WIFFLE
PIFFLE

Nerd
Contest – Teste Dein nutzloses Wissen
Sich
eine Frage auszudenken, deren Antwort fast jeder kennt ist recht
einfach (“Wie heißt der Captain vom Raumschiff Enterprise?“
– “James T. Kirk!“) und es ist ebenfalls nicht allzu schwer eine
Frage zu finden, deren Antwort kaum einer kennt (“Wer war der allererste
Captain vom Raumschiff Enterprise?“ – "Christopher Pike?"
- “Falsch, Robert Thomas April!“). Schwierig ist es eine Frage zu
stellen, die der durchschnittliche Nerd - also Experte für
Trivialquatsch aller Art – gerade noch wissen könnte ("Wofür
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