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Heiner Lünstedt präsentiert COMIC CAFE

Der bunte Comic-Nachmittag

mit Gästen aus der Comicszene, Impressionen von Comicfestivals aus aller Welt, filmischen Raritäten, der Expertenrunde “Comics lesen!“ als Prüfstand für Neuerscheinungen, Trailer zu aktuellen Comic-Filmen, fachmännisch kommentierten Cartoons, Comicmusik remixt, Liveacts, das Quiz “Nerd Contest“, teste Dein nutzloses Wissen,
und, und...

... und das alles - dank der Unterstützung des Kulturreferats - bei FREIEM EINTRITT!

 

Das nächste Comic Café ist am 01. April 2012

18 Uhr

im Werkstattkino - Fraunhoferstr. 9 /Rgb. – 80469 München – Tel+Fax 2607250 - U 1/2/7 Fraunhoferstraße

Eintritt frei!

 

Hier geht´s zum Forum des COMIC CAFÉS beim COMIC GUIDE

 

 

Programm vom 5.Februar 2012

Impressionen vom größten Comicfestival Europas in Angoulême

Die letzte Januarwoche scheint nicht gerade der ideale Zeitpunkt für ein Comicfestival zu sein. Doch in der touristisch gut erschlossenen und auch landschaftlich sehr schönen Region Poitou-Charentes herrscht um diese Zeit ein mildes unwinterliches Klima. Für das unweit von Cognac und La Rochelle gelegene Örtchen Angoulême ist die Veranstaltung sehr viel mehr als ein Vorwand um einmal im Jahr über 200.000 Besucher anzulocken und an der Preisschraube der örtlichen Hotels zu drehen. Die Comics haben hier bleibende Spuren hinterlassen und das nicht nur in Form von zwei beeindruckenden Comic-Museen, deren Pforten das ganze Jahr über geöffnet sind. Viele Bewohner bemalten ihre Häuser mit Comic-Motiven und die Straßenschilder haben die Form von Sprechblasen, so gibt es eine “Rue Goscinny“ oder einen “Espace Franquin“. Während des “Festival de la BD“ hübschen Geschäfte ihre Schaufensterdekorationen mit Comicmotiven auf und überall sind markante rote Wegweiser platziert, damit die zahlreichen Orte des Geschehens problemlos zu finden sind.

©UFoto

Die Veranstaltung fand erstmals 1974 statt und auch nach 39 Festivals sind in Angoulême bei den zahlreichen internationalen Besuchern, Künstlern und Verlegernnoch keine Ermüdungserscheinungen festzustellen.

Die Wahl des nicht gerade als pflegeleicht geltenden New Yorker Künstlers Art Spiegelmann zum Comic-Präsidenten überraschte zunächst, denn in 39 Jahren gab es bisher nur fünf nicht aus Frankreich oder Belgien stammende Amtsinhaber. Spiegelman lehnte es zwar ab im Rahmen des Festivals Interviews zu geben. Doch ansonsten erwies er sich als Glücksfall für die Veranstaltung, da er nicht nur ein einflussreicher Comickünstler, sondern auch ein äußerst versierter Comic-Fachmann ist und gleich mit zwei Ausstellungen geehrt wurde.

Wir zeigen frische Impressionen vom am 29.1. zu Ende gegangenen Festival.

Hier geht´s zu einen Angouleme-Bildbericht beim COMIC GUIDE

Comics lesen!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!" die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers wird Gastgeber Heiner Lünstedt mit Rainer Schneider, dem Kommunikationswissenschaftler und Comicforscher Ralf Palandt und dem Comiczeichner Robert Platzgummer über aktuelle Comics diskutieren.

 
    

Diese Comics stehen diesmal zur Debatte:

Gastoon (Toonfish) frei nach Franquin:

Wenn eine Comicfigur erfolgreich ist, bekommt sie Kinder bzw. es werden dann auch Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt. Dies geschah bereits mit dem kleinen Spirou oder mit Lucky Luke, der als Lucky Kid den Schnuller schneller als sein Schatten zog. Jetzt hat die Verjüngungskur auch den vom genialen Zeichner und Autoren André Franquin geschaffenen Chaoten Gaston erwischt. Wie wir in einer neuen Comic-Serie erfahren, hat er auch noch einen kleinen ihm zum Verwechseln ähnlich sehenden Neffen namens Gastoon, der ebenfalls mit wahnwitzigen Erfindungen seine Umwelt aufmischt..

Natürlich stellt sich hier die Frage nach dem Sinn des Ganzen und ob ein Werk wie dieses nicht von fehlendem Respekt gegenüber den meisterlichen Kurzgeschichten von André Franquin zeugt.

Das erste “Gastoon“-Album besteht jedoch aus Onepagern. Diese wurden recht liebevoll von Simon Léturgie gezeichnet, während die Stories von dessen Vater Jean (dieser textete auch “Lucky Kid“) und Yann stammen. Neben “Neffen“ von Alfons, Demel und sogar Bruchmüller (der mit den Verträgen) ist auch eine “Nichte“ von Fräulein Trudel mit von der Partie. Dennoch spielen hier – ganz im Gegensatz zum “kleinen Spirou“, der sehr viel frivoler daher kommt als seine erwachsene Version – Pubertät und Zwischenmenschlichkeiten keine Rolle. Stattdessen trägt ein kleiner Gaston-Klon seine Streitigkeiten mit Lehrern und Parkwächtern in durchaus franquinscher Chaoten-Tradition aus.

 
    

"Alte Meister" von Nicolas Mahler nach Thomas Bernhard (Suhrkamp):

Schon sehr lange wurde gemunkelt, dass der traditionsreiche Suhrkamp Verlag sich auch am Graphic-Novel-Boom beteiligen würde. Namhafte Zeichner sollten Titel aus dem regenbogenfarbenen Verlagsprogramm mit Autoren wie Hermann Hesse, James Joyce oder Martin Walser umsetzen. Lange hat es gedauert bis zu erfahren war, dass der eher spartanisch zeichnende Wiener Humorist Nicholas Mahler (“Flaschko“, “Engelmann“) sich an einer Adaption von “Alte Meister“, einem Roman seines Landmannes Thomas Bernhard, versuchen würde.

In dem sich humorvoll mit der (bildenden) Kunst auseinandersetzenden Buch schreibt Bernhard: “Ein großes bedeutendes Bild halten wir nur dann aus, wenn wir es zur Karikatur gemacht haben.“ Dieser Satz könnte den Ausschlag dafür gegeben haben, Mahler auf Bernhard loszulassen. Die tragikomische Geschichte handelt vom Kunstkritiker Reger, der versucht den Tod seiner Frau dadurch zu verkraften, dass er sich die Meisterwerke im Wiener Kunsthistorischen Museum so lange anschaut bis er einen Makel findet. Nur Titoretto Gemälde “Der weißbärtige Mann“ hält seinem kritischen Blick stand, was auch daran liegen kann, dass Reger einst beim Betrachten dieses Bildes seine Frau kennengelernt hat.

Mahler adaptiert den Roman in zumeist großformatigen Bildern und arbeitet dabei (für seine Verhältnisse) relativ detailreich. Mit wenigen Strichen bringt er gut erkennbare altmeisterliche Gemälde zu Papier und die stilvoll eingesetzte gelbgoldene Schmuckfarbe unterstreicht den musealen Schauplatz der Geschichte. Bernhards leicht absurder Humor scheint Mahler zu liegen, der auch die Tragik der Geschichte nicht ausspart. Trotz ernsthafter Themen ist “Alte Meister“ ein zugänglicher leichtfüßiger Comic.

 

Außerdem stellt Matthias Schäfer die unbekannteste Trickfilm-Figur der Welt vor:

WIFFLE PIFFLE

Nerd Contest – Teste Dein nutzloses Wissen

Sich eine Frage auszudenken, deren Antwort fast jeder kennt ist recht einfach (“Wie heißt der Captain vom Raumschiff Enterprise?“ – “James T. Kirk!“) und es ist ebenfalls nicht allzu schwer eine Frage zu finden, deren Antwort kaum einer kennt (“Wer war der allererste Captain vom Raumschiff Enterprise?“ – "Christopher Pike?" - “Falsch, Robert Thomas April!“). Schwierig ist es eine Frage zu stellen, die der durchschnittliche Nerd - also Experte für Trivialquatsch aller Art – gerade noch wissen könnte ("Wofür steht das T. in James T. Kirk?" – “Tiberius“). Bei NERD CONTEST treten drei Kandidaten an und versuchen jeweils drei Fragen zu formulieren, die möglichst nur einer der beiden Kontrahenten beantworten kann.
Zu gewinnen gibt es wieder halbwegs wertvolle Sachpreise und wer mag kann bewerben unter luenstedt@highlightzone.de.

Außerdem gibt es wieder Trailer zu aktuellen Comic-Filmen und weitere Überraschungen.

Die nächsten Comic Cafés sind am 1. April + 6. Mai 2012!

Weitere Infos bei

Heiner Lünstedt
Papinstr. 39
D-81249 München

Tel: 089 / 87 04 67

Mail: luenstedt@highlightzone.de

 

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