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Auf
Nummer sicher geht er ja nun wirklich nicht. Anstatt im achtzehnten
Band seiner selbstverlegten Reihe mit Comic-Biographien
aus den Leben von mehrheitsfähigen Künstlern wie Monet oder Chagall
zu erzählen, kommt uns Willy Blöß mit Paula Modersohn-Becker.
Diese dürfte etwas weniger bekannt als Lena Meyer-Landshut
sein, doch auf dem Cover ist als Orientierungshilfe noch der Reim
“und von Worpswede sei die Rede“ zu lesen.
In
eine Reihe mit Vincent van Gogh (dessen Comic-Biographie Blöß
in Band 4 seiner Serie erzählte) gehört Modersohn-Becker
schon dadurch, dass sie zu Lebzeiten fast gänzlich unbekannt
und unausgestellt blieb. Erst nach ihrem Tod im Jahre 1907 – sie
wurde nur 31 – entdeckte man in ihrem Atelier eine Unzahl höchst
bemerkenswerter Gemälde und Zeichnungen. Diese wurden z.
T. von ihrem Ehemann Otto Modersohn, einem Mitbegründer der
Künstlerkolonie Worpswede, nachsigniert und danach erfolgreich
ausgestellt.
Wer
die Comic-Biografie liest, dem wird sehr schnell klar warum Willi
Blöß diese bemerkenswerte Persönlichkeit porträtiert hat. Zwar
vermittelt er wie immer auch eine Unmenge von sauber recherchierten
Fakten, erzählt aber auch die zeitlos-moderne Geschichte einer
selbstbewussten Frau, die gegen den Zeitgeist anschwimmt und alles
dransetzt um sich ihre (künstlerische) Freiheit zu bewahren. Wenn
Willy Blöß demnächst wieder einen unbekannten Prominenten porträtiert,
werde ich mich nicht mehr wundern sondern mich vertrauensvoll
auf das Büchlein stürzen.
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