Die französische
Krimi-Autorin Fred Vargas erzählt in ihrem Roman “Das Zeichen
des Widders“ eine sehr komplexe Geschichte, in der es um sehr
viel mehr geht als um einen mythologisch-durchgeknallten Serial-Killer,
der seinen Opfern markante Zeichen einritzt und vom ihrem bedächtigen
Helden Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg gejagt wird.
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Wichtiger
noch sind die komplizierten Familienverhältnisse im Hause des
Kleinkriminellen Grégoire, der sich nach einem Diebstahl
plötzlich inmitten einer gefährlichen Verschwörung
befindet. Grégoire lebt gemeinsam mit seinen höchst
unterschiedlichen Brüdern Guillaume, Gauthier und Gratien im
Haus von Monsieur Braban. Dieser ist mehr daran interessiert aus
Bierdosen und Kronkorken den Vierströmebrunnen aus Rom nachzubauen
als den Jungs mitzuteilen ob er ihr leiblicher Vater ist oder nicht...
Eine Comicadaption von “Das
Zeichen des Widders“ würde zwangsläufig viele dieser
hübschen Nebensächlichkeiten weglassen müssen, obwohl
sie eigentlich interessanter sind als die kriminalistische Aufklärung
des Falles. Doch der auch für japanische Manga-Magazine arbeitende
Zeichner Edmond Baudoin fand einen interessanten Ansatz, der den
Leser auf dem ersten Blick vielleicht etwas abstößt,
doch dafür sehr viel Roman in den Comic transportiert. In einem
simplen aber eleganten Zeichenstil wechselt Baudoin zwischen atmosphärischen
Comicsequenzen, die dann zum Zuge kommen, wenn innerhalb der Geschichte
etwas passiert, während Mono- und Dialoge auf spärlich
bebilderten Prosaseiten platziert werden. Diese Mischung funktioniert
überraschend gut und macht neugierig auf weitere Werke von
Fred Vargas, die auch gerne wieder von Baudoin bebildert werden
dürfen.
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