Dieses
Album erschien zwar bereits 1988, es liegt aber mittlerweile schon
in der fünften Auflage vor und ist in der Tat etwas ganz Besonderes.
Damals hatten im Kernfach Zeichnen einige Berner Gymnasiasten versucht
Friedrich Dürrenmatts Kriminalroman "Der Richter und sein Henker"
als Comic umzusetzen.
Der
Hauptgrund hierfür war, dass das Buch hauptsächlich in Bern und
Umgebung spielt. Es wurde aber auch angestrebt die Zeitumstände
des 1948 entstandenen und spielenden Buches zu berücksichtigen.
Erzählt wird vom etwas eigenwilligen Kommissär Berlach, der schon
eine ganze Weile versucht den weltmännischen Gastmann seiner zahlreichen
Verbrechen zu überführen. Dieser wurde allerdings erst durch eine
Wette mit Berlach zum Kriminellen.
Neben
den zwar etwas schwankenden, aber meist gelungenen Zeichnungen im
Stile von Jaques Tardi (dem im Impressum gedankt wird) überzeugt
auch die "Eindampfung" der Erzählung auf 48 Comicseiten.
Dies besorgten ebenfalls einige Schüler des Gymnasiums, die nicht
nur an der Krimihandlung interessiert waren, sondern auch einige
Spitzen Dürrenmatts auf die Schweizer Politik übernahmen. So wird
erzählt, dass Berlach einige Zeit bei der Frankfurter Kripo tätig
war, er dort nach 1933 allerdings verschwinden musste, da er einem
hohen Nazi-Beamten geohrfeigt hatte. Fazit der Geschichte: "In
Bern beurteilte man die Ohrfeige als einzige für einen Schweizer
mögliche Haltung. Dies aber erst ab 1945."
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