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Einen Großteil ihres Wohlstandes verdankte die Freie
und Hansestadt Hamburg den vielen Menschen, die es in Europa nicht
mehr aushielten und in die USA auswanderten. Zwischen 1850 und
1934 war der Hamburger Hafen für 5 Millionen Menschen tatsächlich
das Tor zur Welt. Ohne die ziemlich primitiv untergebrachten Auswanderer
auf dem Zwischendeck hätten Reedereien wie die Hamburg-Amerika-Linie
(HAPAG) Luxusdampfer nicht rentabel betreiben können. Im Stadtteil
Veddel entstand sogar eigens eine abgeschlossene Stadt in der
die Auswanderer sich in Quarantäne befanden, bevor sie einen beschwerlichen
Fußmarsch zum weit entfernten Hamburger Hafen antraten.
Unter dem Titel “Ein Koffer voller Hoffnung“ wurde auf
dem in der Nähe der Hamburger Landungsbrücken gelegenen Museumsschiff
Cap San Diego als Dauerausstellung eine “Erlebniswelt Auswanderung“
eingerichtet, die recht plastisch die Schicksale der Emigranten
darstellt. Zur Ausstellung ist auch ein Comic erschienen. Hierin
wird von der jungen Enzi Berger erzählt, die die Bayrischen Alpen
verlässt und in die Neue Welt reist. Gilbert Declercq ver(sch)wendet
die Hälfte seiner Comicseiten indem lang und breit Enzis komplizierte
(und auch nicht sonderlich logische) Anreise über Salzburg, Linz,
Regensburg und Berlin schildert. Der wirklich interessante Teil
in Hamburg und die Überfahrt in die USA werden dann leider nur
noch ziemlich hastig abgehandelt. Trotzdem ist der Comic eine
interessante Ergänzung zur Ausstellung.
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Eine Variante des “Ein Koffer voller Hoffnung“-Albums
erschien bereits zuvor zu einer ähnlichen Ausstellung, die 2002
im Nationalen Maritimen Museum in Antwerpen gezeigt wurde. Die
damals in englisch und flämisch erschienene Softcover-Ausgabe
ist der deutschen Edition jedoch deutlich unterlegen. Schon das
von Gilbert Declercq (Mitglied des “Institute for Watercolors“)
in Aquarellfarben gestaltete Titelbild ist bestenfalls Geschmackssache
und das Album enthält noch fünf weitere auch nicht viel bessere
ganzseitige Aquarelle von Declercq. Auch die etwas weniger grelle
Kolorierung der Hamburger Ausgabe ist deutlich gelungener. Lediglich
der komplizierte Reiseweg der armen Enzi will in die Antwerpener
Ausgabe (in der Enzis Schiff in die USA nicht in Hamburg sondern
in Antwerpen ablegt) schon eher einleuchten. Damals stammte Enzi
nicht aus einem “Tal in den Bayrischen Alpen in der Nähe des Königsees“
sondern von “Somewhere in the Austro-Hungarian Monarchy“. Da kann
es dann schon einmal vorkommen, dass man über Salzburg und Berlin
nach Hamburg reist. Doch diese Änderung wurde vorgenommen, weil
die Ausstellung (die teilweise gerade auf Ellis Island vor New
York gastiert) eventuell auch noch in Bayern gezeigt werden soll.
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