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Gregory
ist der kleinwüchsige Bewohner einer Gummizelle. Er trägt
eine Zwangsjacke und ist kaum in der Lage mit Pflegepersonal oder
Besuchern zu kommunizieren. Sehr gut klar kommt er jedoch mit
der Ratte Herman Vernim, die Gregory auch in seinen Träumen
begleitet. Gar nicht klar kommt Gregory hingegen mit der Außenwelt.
Nachdem er eines Tages seine Entlassungspapiere erhielt, lungerte
er solange am Fenster seines Zeichners herum, bis dieser ihn wieder
heim ins Heim brachte.
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Gags
über Geistigbehinderte haben Tradition aber auch einen unangenehmen
Beigeschmack. Im hochinteressanten Werkgespräch im Anhang dieses
Buches wird klar, dass Marc Hempel in seiner 1989 gestarteten
Serie “Gregory“ jedoch nicht wirklich Irrenhaushumor anstrebt
sondern eher eigene Kindheitserinnerungen aufgearbeitet: “Viele
Ängste, die ich während meiner Kindheit hatte, kommen in den Geschichten
ans Tageslicht. Ich würde sagen, die Zwangsjacke steht für Machtlosigkeit,
auch die Tatsache, dass Gregory sehr klein ist. Es gab einige
Jahre, als ich heranwuchs, in denen ich so gut wie nichts gesagt
habe.“
Obwohl
Hempel für “Gregory“ einen locker-reduzierten Zeichenstil
wählte, der an Zeitungsstrips erinnert, sind die meist recht
kurzen Stories eher strange als funny und eher experimentell als
storyorientiert. Doch wer sich auf die Serie einlässt wird
durch zahlreiche abgefahrene Ideen belohnt, z. B. gibt es in einer
Geschichte als zweite Handlungsebene eine Art “Audiokommentar“
von zwei Lesern und auch die immer mehr wie ein Wasserhahn aussehende
Ratte Herman ist nicht ohne. “Cross Cult“ veröffentlicht
den kompletten “Gregory“ und der Verlag hofft, dass Hempel für
den abschließenden zweiten Band noch Zeit findet eine ursprünglich
farbig geplante Geschichte zu kolorieren.
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