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1924 wurde Fritz Haarmann hingerichtet
nachdem er des Mordes an über 24 Jungen schuldig gesprochen wurde.
Doch Haarmann lebte trotzdem einfach weiter, schon durch das Lied
mit dem “kleinen Hackebeilchen“ aber vor allem durch
Fritz Langs Filmklassiker “M – Eine Stadt sucht einen Mörder“
sowie durch Götz Georges beängstigendes Psychogram des Massenmörders
in Romuald Karmakars “Der Totmacher“.
1990 erschien bei Carlsen
von einer vom Texter Peer Meter auf drei Bände angelegten und
von Christian Gorny gezeichneter “Haarmann“-Serie lediglich
der erste Teil. Doch nachdem Meter 2010 mit dem von Barbara Yelin
gezeichneten Album “Gift“ über
die Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried ein glanzvolles Comic-Comeback
feierte, wurde – warte, warte nur ein Weilchen - auch
“Haarmann“ vollendet bzw. in einer Gesamtausgabe komplett
neu angegangen.
Während Christian Gorny auf
karge aber doch irgendwie beeindruckende (wenn auch nicht sonderlich
lesefreundliche) Grafik setzte, hat Isabel Kreitz ((“Die
Entdeckung der Currywurst“, “Der
35. Mai“, “Schlechte Laune“,
"Die Sache mit Sorge")
die Geschichte des Massenmörders in ihrem ausgereiften Zeichenstil
mit manchmal fast schon zu detailfreudigen schwarzweißen
Bildern in Szene gesetzt.
Ähnlich wie schon bei “Gift“ lässt Peer Meter den Leser zwar auch über die Morde schaudern aber noch mehr darüber wie wenig die offiziellen Stellen unternahmen um die Untaten zu verhindern. Im Falle Haarmann verfügte der auch als Spitzel für das Diebstahlskommisariat Hannover arbeitende Mörder gar über einen Polizeiausweis. Wenn die verzweifelt nach ihren verschollenen Söhnen suchenden Eltern von der Polizei wie Bittsteller von oben herab behandelt werden, verbreitet sich dabei fast ebenso viel Grusel wie bei der Vorstellung das Haarmann die örtlichen Gaststätten höchstwahrscheinlich mit Menschenfleisch beliefert hat. Sehr nah an historischen Tatsachen orientiert gelang Meter und Kreitz ein beängstigend faszinierender Blick in menschliche Abgründe.
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