Der Erfolg
der Vertigo-Serie "Fables"
hält seit Jahren unvermindert an, und seit 2006 erscheint der
Ableger "Jack Of Fables", mit der Hauptfigur Jack
Horner, alias Jack Riesentöter, alias Jack Frost,
alias Jumpin` Jack etc.. Die Mama "Fables"
wurde mehrfach mit "The Sandman" verglichen, was
von der literarischen Herangehensweise unangebracht erscheint. Aber
beide eint die Prämisse, dass ihre sagenhaften Protagonisten
nur aufgrund der Macht unserer menschlichen Vorstellungen existieren.
Die "Fables"- Figuren sind demzufolge unsere fleischgewordenen,
meist anthropomorphen Fantasien, die ein Leben nach ihren ursprünglichen
Geschichten führen. Man könnte sie auch als Verdinglichung
bezeichnen, aber letztlich unterliegen sie fast schon religiösen
Vorgaben.
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Die
Plots begeben sich zurück zu den Ursprüngen der Superhelden,
über folkloristische Anekdoten und Märchen bis zu den
Götter- und Heldensagen, sind aber um vieles faszinierender
und innovativer, als es die zumindest aktuellen Strampelhosenträger
vermögen. So überträgt sich die simple Tatsache,
dass etwas nur schwerlich sterben kann, solange wir Menschen uns
damit beschäftigen, als ein starkes Lebenselixier auf die mächtigen
Figuren.
Jack
Of Fables macht es nicht wirklich etwa aus, von einem eisernen
Gitterzaun durchbohrt zu werden – es heilt ja schnell wieder zusammen.
Er ist "eine wandelnde Bastion aus Stärke und Unverwundbarkeit.
Das erzeugt ein Bedürfnis im Universum, dieser Stärke
Existenzberechtigung zu geben“. Weitere erstaunliche Eigenschaften
sind Jacks unbegrenztes Urvertrauen in sich selbst, verwoben mit
bodenloser Einfältigkeit und einer beängstigenden Unfähigkeit,
dazuzulernen. Der erste Band beginnt direkt nach seinem Austritt
aus der "Fables"-Haupthandlung. Nachdem er als
Jack Trick in Hollywood mit dem Ausverkauf seiner eigenen
Geschichte(n) Millionen verdiente und in Folge dessen nie mehr Fabletown
betreten darf, treibt es ihn auf die Straße. Flugs wird er
gekidnappt und in ein Camp mit anderen, z. T. seit Ewigkeiten gefangenen
Fables gesperrt, aus dem bisher niemand fliehen konnte.
Aber hinter Jacks riesengroßer Klappe steckt eben seine unverwüstliche
Energie!
Den
weiteren Verlauf schildert der "Fables"-Autor
Bill Willingham zusammen mit Co-Autor Matthew Sturges in überaus
erquickender Manier, die das Lesen zum wohlig spannenden Genuss
verwandelt. Wozu natürlich die eleganten Zeichnungen von Tony Akins
erheblich beitragen. "Jack Of Fables" ist mehr
als nur ein gewöhnlicher Spin-Off der gefeierten Mutterserie. Bereits
mit dem ersten Band etabliert sich der Tausendsassa Jack als sympathisches
Arschloch, den man gerne auf seinen folgenden
Abenteuern begleitet.
Rainer
Schneider
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