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Batman genießt nichts


 
Titel: DC Premium 37: Man nannte sie Justice League; Enthält: Formerly Known As The Justice League (US 2003)
Text: Keith Giffen, J.M. DeMatteis aus dem Amerikanischen von Christian Heiß
Zeichnungen/Inking/Farben: Kevin Maguire / Joe Rubinstein / Lee Loughridge
Umfang: 148 Seiten
Format: Prestigeformat/farbig
Preis: EUR 17,- / Hardcoverausgabe 22,- EUR
Verlag: Panini
Website: www.paninicomics.de   



In der "Gerechtigkeits-Liga" sind die mächtigsten und bekanntesten Superhelden aus dem Hause DC versammelt und jedes Jahrzehnt hat seine Inkarnation dieses Superheldenteams. Eine der beliebtesten und bei den Fans am besten in Erinnerung gebliebenen Zusammensetzung ist die aus der Mitte der 80-er Jahre von den Künstlern Keith Giffen, J.M. DeMatteis und Kevin Maguire.

Ihre Helden waren nicht die Big Guns des DC Universums – Superman stand gerade nicht zur Auswahl, weil er eine Runderneuerung durch Byrne, Wolfman und Ordway erfuhr, Wonder Woman wurde von Pérez generalüberholt und Flash von Mike Baron. Und so waren es eher die Helden aus der zweiten Reihe – außer Batman, der gehört einfach immer dazu und außerdem hatte Denny O’Neil das Okay dazu gegeben. Die Geschichten waren damals frisch, aktuell, zeitkritisch, spannend und nicht zuletzt auch witzig und humorvoll. Diese Liga ist bei den Fans nie in Vergessenheit geraten und so war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Künstler wieder sich ihrer Heldenliga widmen durften. Und herausgekommen ist 2003 in Amerika eine sechsteilige Miniserie, die jetzt komplett auf Deutsch vorliegt in dem Band: DC PREMIUM #37 "Man nannte sie… Justice League" .

 
    
 

Maxwell Lord (der Finanzier des alten Teams) - der nimmermüde und geldgeile Geschäftsmann - hat eine Idee: Er möchte das alte Team noch einmal vereinen und als Team ("SUPERBUDDIES") für Spezialaufträge vermieten. Von dem alten Team sind dabei: Booster Gold, Blue Beetle, Elastoman (hier hat der Übersetzer Christian Heiss sehr schön den, den deutschen Lesern sehr bekannten Namen von Elongated Man aus alten Ehapa-Zeiten gewählt) mit seiner Frau Sue Dibny, Fire, Captain Atom und diesmal anstatt von Captain Marvel nun Mary Marvel. Was wie eine geniale Idee wirkt, funktioniert aber leider nicht so ganz, wie es sich Maxwell Lord erhofft hatte.

Alles geht schief und die Helden schliddern mal unabsichtlich mal tollpatschig von einer Katastrophe in die nächste. Zuerst werden sie für Gladiatorenkämpfe von Roulette entführt und die arme Mary Marvel nimmt diesen Kampf, da ihre freie Entscheidungskraft außer Kraft gesetzt ist, nur allzu ernst. Sie bringt Captain Atom nahe an eine Kernschmelze und nun haben die Freunde noch ein weiteres Problem. Und zu allem Übel erscheint auch noch Manga Khan – er möchte von Maxwell Lord unbedingt L-Ron, jenen hochentwickelten, kybernetischen Mechanismus – Verzeihung: jene hochentwickelte, kybernetische Lebensform - haben und bringt zum Tausch G’nort mit. Und als die Situation völlig außer Kontrolle zu geraten droht, greift schließlich die aktuelle JLA ein, von der zwei Mitglieder ebenfalls auch schon Mitglied in dieser alten Liga waren: Batman und der Martian Manhunter.

Die Dialoge sind spritzig witzig und man kann über viele Szenen herzhaft lachen. (Martian ManhunterM: "Ich habe Null Vertrauen in sie." - Batman: "Oh, wer wird denn da zweifeln..." - MM: "Du genießt das, oder nicht?" - B: "Ich bin Batman. Ich genieße nichts.")

Keith Giffen, J.M. DeMatteis nehmen sich selbst auch nicht ganz ernst und präsentieren ein Feuerwerk an Situationskomik, wie man es sehr selten in Superheldencomics findet.

Kevin Maguire liefert Bilder, die sehr realistisch sind, man erkennt mitunter förmlich wie in einem Film, der abläuft, wie die Gesichtszüge einzelner Charaktere sich je nach Stimmung von Panel zu Panel verändern. Seine Darstellungen überwinden spielend die Kluft zwischen Fiktion und Realität.

Wer den Charme der ersten Originalhefte noch einmal schnuppern möchte, der kann sich ebenfalls noch die ersten Geschichten der klassischen Serie zulegen: JUSTICE LEAGUE – EIN NEUER ANFANG (ebenfalls Panini). Hier werden die ersten sechs Hefte der ursprünglichen Serie nachgedruckt.

Norbert Elbers

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