In der
"Gerechtigkeits-Liga" sind die mächtigsten
und bekanntesten Superhelden aus dem Hause DC versammelt und jedes
Jahrzehnt hat seine Inkarnation dieses Superheldenteams. Eine der
beliebtesten und bei den Fans am besten in Erinnerung gebliebenen
Zusammensetzung ist die aus der Mitte der 80-er Jahre von den Künstlern
Keith Giffen, J.M. DeMatteis und Kevin Maguire.
Ihre
Helden waren nicht die Big Guns des DC Universums – Superman stand
gerade nicht zur Auswahl, weil er eine Runderneuerung durch Byrne,
Wolfman und Ordway erfuhr, Wonder Woman wurde von Pérez generalüberholt
und Flash von Mike Baron. Und so waren es eher die Helden aus der
zweiten Reihe – außer Batman, der gehört einfach immer dazu und
außerdem hatte Denny O’Neil das Okay dazu gegeben. Die Geschichten
waren damals frisch, aktuell, zeitkritisch, spannend und nicht zuletzt
auch witzig und humorvoll. Diese Liga ist bei den Fans nie in Vergessenheit
geraten und so war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Künstler
wieder sich ihrer Heldenliga widmen durften. Und herausgekommen
ist 2003 in Amerika eine sechsteilige Miniserie, die jetzt komplett
auf Deutsch vorliegt in dem Band: DC PREMIUM #37 "Man nannte sie…
Justice League" .
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Maxwell Lord (der Finanzier des alten
Teams) - der nimmermüde und geldgeile Geschäftsmann -
hat eine Idee: Er möchte das alte Team noch einmal vereinen
und als Team ("SUPERBUDDIES") für Spezialaufträge
vermieten. Von dem alten Team sind dabei: Booster Gold, Blue Beetle,
Elastoman (hier hat der Übersetzer Christian Heiss sehr schön
den, den deutschen Lesern sehr bekannten Namen von Elongated Man
aus alten Ehapa-Zeiten gewählt) mit seiner Frau Sue Dibny,
Fire, Captain Atom und diesmal anstatt von Captain Marvel nun Mary
Marvel. Was wie eine geniale Idee wirkt, funktioniert aber leider
nicht so ganz, wie es sich Maxwell Lord erhofft hatte.
Alles geht schief und die Helden
schliddern mal unabsichtlich mal tollpatschig von einer Katastrophe
in die nächste. Zuerst werden sie für Gladiatorenkämpfe
von Roulette entführt und die arme Mary Marvel nimmt diesen
Kampf, da ihre freie Entscheidungskraft außer Kraft gesetzt
ist, nur allzu ernst. Sie bringt Captain Atom nahe an eine Kernschmelze
und nun haben die Freunde noch ein weiteres Problem. Und zu allem
Übel erscheint auch noch Manga Khan – er möchte von Maxwell
Lord unbedingt L-Ron, jenen hochentwickelten, kybernetischen Mechanismus
– Verzeihung: jene hochentwickelte, kybernetische Lebensform - haben
und bringt zum Tausch G’nort mit. Und als die Situation völlig
außer Kontrolle zu geraten droht, greift schließlich
die aktuelle JLA ein, von der zwei Mitglieder ebenfalls auch schon
Mitglied in dieser alten Liga waren: Batman und der Martian Manhunter.
Die Dialoge sind spritzig witzig und man kann über viele Szenen
herzhaft lachen. (Martian ManhunterM: "Ich habe Null Vertrauen
in sie." - Batman: "Oh, wer wird denn da zweifeln..."
- MM: "Du genießt das, oder nicht?" - B: "Ich
bin Batman. Ich genieße nichts.")
Keith Giffen, J.M. DeMatteis nehmen
sich selbst auch nicht ganz ernst und präsentieren ein Feuerwerk
an Situationskomik, wie man es sehr selten in Superheldencomics
findet.
Kevin Maguire liefert Bilder, die
sehr realistisch sind, man erkennt mitunter förmlich wie in
einem Film, der abläuft, wie die Gesichtszüge einzelner
Charaktere sich je nach Stimmung von Panel zu Panel verändern.
Seine Darstellungen überwinden spielend die Kluft zwischen
Fiktion und Realität.
Wer den Charme der ersten Originalhefte
noch einmal schnuppern möchte, der kann sich ebenfalls noch
die ersten Geschichten der klassischen Serie zulegen: JUSTICE LEAGUE
– EIN NEUER ANFANG (ebenfalls Panini). Hier werden die ersten sechs
Hefte der ursprünglichen Serie nachgedruckt.
Norbert Elbers
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