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"Ich hoffe nur, dass wir nie den Blick auf einen Punkt verlieren
- dass alles mit einer Maus begann."
(Zitat Walt Disney).
Im Lauf der Jahrzehnte die es Micky Maus nun schon gibt, wurde ihr
Stand bei den Lesern allerdings immer schwerer. Gegen den eskapistischen
Donald Duck hatte die etwas biedere Maus zumindest hierzulande
kaum eine Chance. Wie ich finde zu Unrecht. Denn schließlich ist
es nicht großartigen Erzählern wie z. B. Carl Fallberg oder kongenialen
Zeichnern wie Paul Murry anzulasten, wenn ihre Micky & Goofy-Stories
auf Deutsch zum Teil noch heute schlampig übersetzt und übel ummontiert
wiedergegeben werden. "Biedere" Charaktäre wie Micky Maus leben
durch ihre Sidekicks wie Goofy. Und wenn Goofy dann sprachlich
nicht mehr seinen Slang- Witz versprühen kann, sondern langweiliges
Hochdeutsch sprechen muss, bleibt eben nicht mehr viel Witz in
den Geschichten übrig.
Eine Superhelden-Parodie, wie der von Paul Murry 1965 entwickelte
Supergoof, erstarrt dann eben oft
nur noch in sprachlichen Klischees. Gerade im Fall aller Micky-Storys
von Paul Murry, der der Carl Barks der Maus sein dürfte, wäre
eine gründliche Neubearbeitung vonnöten und eine Wiederveröffentlichung
möglicherweise in einer eigenen Reihe fällig.
Entzugserscheinungen für den Maus-Fan gibt es aber bis zum Wiedererscheinen
von Murry-Stories trotzdem nicht. Gibt es doch die italienischen
Disney-Studios, nebst Akademie für neue Zeichner- und Texter-Talente.
Ein diesbezüglicher Besuch lohnt unter http://www.accademiadisney.it
Ende 2003 erschien eine Übernahme von den vor Kreativität sprühenden
Italienern, die Taschenbuchserie MICKY X, die leider im Sommer
2005, mit dem 5. Band eingestellt wurde.
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Am Rande von Entenhausen gibt es ein dunkles, schummriges Viertel,
in der sich für Normal-Mäuse wie Micky die Zugänge zur Anderswelt
befinden. "Die Finger gekreuzt und sich dreimal geschneuzt, dir
ein BUH und drin bist du!" Und natürlich braucht es in der Welt
des Phantastischen auch einen Begleiter, einen Reiseführer, in
Mickys Fall den verbummelten Werwolf GOOWULF mit den himmelblauen
Augen. Leider hat Goowulf noch kein Examen für die Tätigkeit als
legaler Begleiter abgelegt, aber das stört keinen großen Geist.
Kann Micky so jemandem vertrauen? Aber immer. Auch Goowulfs Kumpel
Frosti der Schneemann, sowie sein Vetter Hobi, Stammgäste in der
Kneipe "Weißen Maus" tun ihr bestes um Micky zur Seite zu stehen.
Leider neigen die beiden zu alkoholischen Getränken und daraus
resultierenden Bemerkungen zum unpassenden Zeitpunkt. Das kann
zu Komplikationen führen. Wenn gegen üble Wesen fast gar nichts
mehr zu helfen scheint, fragt man am besten bei Toppersby nach.
Seine Fähigkeit durch die Berührung eines Gegenstandes dessen
Geschichte zu "sehen" bringt so manch neue Erkenntnis.
Weibliches Sahnehäubchen und irgendwie die Herrscherin der Anderswelt
ist die kühle LADY NINNI - das genaue Gegenteil Mickys Freundin
Minni. Lady Ninni ist stets darum bemüht, den Bewohnern der Anderswelt
Sitte und Anstand beizubringen. Bei Typen wie Goowulf und Frosti
ein fruchtloses Unterfangen.
Alles in allem ein überbordener Lesespass, der auch beim zweiten
und dritten durchblättern zum betrachten der vielen zeichnerischen
Details Laune macht. Grosses Lob auch an die grafische Bearbeitung
ins deutsche, sowie das Lettering von Frans Stummer. So gibt es
viele kleine Randgags zu entdecken. Zum Beispiel den Wimpel des
1. FC STYKS in der weißen Maus, oder das Hinweis-Schild "Letzte
Runde - 6 Uhr".
Eine kleine Reihe, deren Erwerb sich schon wegen der gelungenen
Zeichnungen lohnt.
G.N.
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