Nach 15
Jahren regelmäßiger Erscheinung schließt das Comic-Fachmagazin RRAAH!
des ComicPlus-Verlages aus Hamburg mit der 57. Ausgabe seine
Pforten. Weiterexistieren wird RRAAH! dann in virtueller
Form hier im Net. Herausgeber Eckart Sackmann schreibt dazu in seinem
Editorial: "RRAAH! ist nicht tot. Es wird weiterleben
in einer anderen, möglicherweise zeitgemäßeren Form." Gemeint
ist RRAAH!-Online unter www.comic.de
.
| |
 |
|
| |
Das
Magazin RRAAH! war 15 Jahre fester Bestandteil der deutschsprachigen
Comic-Szene, in der Mehrzahl dominiert von Artikeln und Berichten
des Herausgebers Eckart Sackmann. Ein Ego-Zine mit all seinen Vor-
und Nachteilen. Von Vorteil war/ist Eckart Sackmanns Vorliebe zur
Comic-Historie im allgemeinen. In festen Rubriken recherchierte
und beschrieb Sackmann dort viele interessante und auch völlig außer
acht gelassene Werke aus der Geschichte der erzählenden Bilder.
Dieser Überblick stellt im Gesamtzusammenhang eine Comic-Forschung
im besten Sinne dar. Hier wird eine Lücke entstehen, wenn sie nicht
via RRAAH!-Online geschlossen wird. Sackmann ist mittlerweile
der einzige der (meist selbsternannten) Fachjournalisten, der gezielte
und vor allem wissenschaftlich auswertbare Comic-Forschung betreibt
und publiziert.
Von Nachteil war in 15 Jahren
RRAAH! allerdings Sackmanns Vorliebe für bestimmte Comic-Stilrichtungen
und Zeichner. Autoren, Zeichner oder Verleger die Sackmann nicht
mochte, tauchten in Artikeln entweder überhaupt nicht, oder meist
kurz abgefertigt am Rande auf. Einige der Betroffenen fragten sich
hinterher, wie sie denn zu dieser Missachtung oder schnöden Abfuhr
gekommen waren. Auf diese Art wurde in RRAAH! über vieles was die
deutschsprachige Comic-Szene ausmachte bzw. immer noch ausmacht,
nicht berichtet.
So entstand in gewisser Weise ein Zerrbild dessen, was tatsächlich
von den Lesern gemocht und gekauft wurde. Was wiederum Rückwirkungen
auf die Comic-Verlage hatte und dort zu drastischen Fehleinschätzungen
bezüglich des tatsächlich verkaufbaren Materials führte. Wie auch
in anderen Genres liebte der Fachkritiker in RRAAH! oft
das, womit der Konsument nichts anfangen konnte. Vor lauter "wertvoller"
Comic-Kunst hatte man vergessen, was man als Kind oder Jugendlicher
gelesen hatte, nämlich die erschwinglichen Massen-Hefte und Magazine
vom Kiosk. Vielleicht ändert sich die Sichtweise ja jetzt mit dem
Massenmedium Internet in RRAAH! - Online. Zu wünschen wäre
es.
RRAAH! in gedruckter Form wird fehlen. Denn für ein Medium
wie dem Comic, das hierzulande immer noch mit Vorurteilen (zum Teil
noch aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts) zu kämpfen
hat, fehlt jede gedruckte Publikation zur Berichterstattung.
G. N.
"RRAAH!"
bei ebay kaufen, hier anklicken
Bei
AMAZON Comics bestellen, hier anklicken
|