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RRAAH! - Ein Nachruf


 
Titel: RRAAH! # 57
Text: Eckart Sackmann und andere
Zeichnungen/Inking/Farben: diverse
Umfang: 60 Seiten
Format: Magazin - Ausgabe Nr. 54 / Feb. 2001
Preis: EUR 4,-
Verlag: Verlag Sackmann & Hörndl - Comicplus
Website: www.comic.de


Nach 15 Jahren regelmäßiger Erscheinung schließt das Comic-Fachmagazin RRAAH! des ComicPlus-Verlages aus Hamburg mit der 57. Ausgabe seine Pforten. Weiterexistieren wird RRAAH! dann in virtueller Form hier im Net. Herausgeber Eckart Sackmann schreibt dazu in seinem Editorial: "RRAAH! ist nicht tot. Es wird weiterleben in einer anderen, möglicherweise zeitgemäßeren Form." Gemeint ist RRAAH!-Online unter www.comic.de .
 
    
 

Das Magazin RRAAH! war 15 Jahre fester Bestandteil der deutschsprachigen Comic-Szene, in der Mehrzahl dominiert von Artikeln und Berichten des Herausgebers Eckart Sackmann. Ein Ego-Zine mit all seinen Vor- und Nachteilen. Von Vorteil war/ist Eckart Sackmanns Vorliebe zur Comic-Historie im allgemeinen. In festen Rubriken recherchierte und beschrieb Sackmann dort viele interessante und auch völlig außer acht gelassene Werke aus der Geschichte der erzählenden Bilder. Dieser Überblick stellt im Gesamtzusammenhang eine Comic-Forschung im besten Sinne dar. Hier wird eine Lücke entstehen, wenn sie nicht via RRAAH!-Online geschlossen wird. Sackmann ist mittlerweile der einzige der (meist selbsternannten) Fachjournalisten, der gezielte und vor allem wissenschaftlich auswertbare Comic-Forschung betreibt und publiziert.

Von Nachteil war in 15 Jahren RRAAH! allerdings Sackmanns Vorliebe für bestimmte Comic-Stilrichtungen und Zeichner. Autoren, Zeichner oder Verleger die Sackmann nicht mochte, tauchten in Artikeln entweder überhaupt nicht, oder meist kurz abgefertigt am Rande auf. Einige der Betroffenen fragten sich hinterher, wie sie denn zu dieser Missachtung oder schnöden Abfuhr gekommen waren. Auf diese Art wurde in RRAAH! über vieles was die deutschsprachige Comic-Szene ausmachte bzw. immer noch ausmacht, nicht berichtet.

So entstand in gewisser Weise ein Zerrbild dessen, was tatsächlich von den Lesern gemocht und gekauft wurde. Was wiederum Rückwirkungen auf die Comic-Verlage hatte und dort zu drastischen Fehleinschätzungen bezüglich des tatsächlich verkaufbaren Materials führte. Wie auch in anderen Genres liebte der Fachkritiker in RRAAH! oft das, womit der Konsument nichts anfangen konnte. Vor lauter "wertvoller" Comic-Kunst hatte man vergessen, was man als Kind oder Jugendlicher gelesen hatte, nämlich die erschwinglichen Massen-Hefte und Magazine vom Kiosk. Vielleicht ändert sich die Sichtweise ja jetzt mit dem Massenmedium Internet in RRAAH! - Online. Zu wünschen wäre es.

RRAAH! in gedruckter Form wird fehlen. Denn für ein Medium wie dem Comic, das hierzulande immer noch mit Vorurteilen (zum Teil noch aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts) zu kämpfen hat, fehlt jede gedruckte Publikation zur Berichterstattung.

G. N.

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