Die hier
erzählte Geschichte dürfte mittlerweile allgemeint bekannt sein. Peter
Parker wird von einer radioaktiven Spinne gebissen und bekommt dadurch
Superkräfte. Diese nutzt der zuvor eher unscheinbare Schüler zunächst
um Karriere als maskierter Ringkämpfer zu machen. Doch als er durch
passives Handeln den Tod seines geliebten Onkel Ben zu verantworten
hat, erkennt er: “Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“
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1962
benötigten Stan Lee und Steve Ditko lediglich elf Seiten um
im Comicheft “Amazing Fantasy # 15“ diese Origin bzw. Entstehungsgeschichte
von Spider-Man zu erzählen. 2002 brauchte Sam Raimi
immerhin die ersten 42 Minuten seines “Spider-Man“-Filmes
um diese Story auf die große Leinwand zu bringen. Die Miniserie
“Mit großer Kraft…“ lässt sich ganze 110 Seiten
Zeit und am Ende von Heft fünf ist Onkel Ben immer noch nicht
gestorben. Das es noch etwas langsamer geht, bewies Brian Michael
Brendis, der in “Der
ultimative Spider-Man“ aus der Origin sogar sieben US-Hefte
herausquetschte!
Im
Gegensatz zu Raimis und Bendis ist David Lapham in “Mit großer
Kraft…“ nicht daran interessiert ein für die heutige Leserschaft
leicht zugängliches Update von Spider-Man zu schaffen.
Er und Zeichner Tony Harris (“Ex Machina“)
siedeln die Geschichte wieder in den Sechziger Jahren, setzen dabei
allerdings nicht allzu stark auf nostalgische Elemente. Sie erzählen
vom Teenager Peter Parker, der trotz (aber auch wegen) seiner besonderen
Fähigkeiten reichlich Probleme hat und viel zwischenmenschlichen
Frust erlebt. Dies mag vielleicht eher an David Laphams ebenfalls
nicht gerade vor Optimismus strotzende Serie “Stray
Bullets“ (demnächst erscheint eine Neuauflage bei
Ehapa) erinnern als an Superhelden-Mainstream, ist zugleich aber
auch ebenso menschlich bewegend wie die besten Comics aus dem Hause
Marvel.
Der
Band ist ab sofort im Comic-Fachhandel erhältlich.
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