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"An einem Freitagnachmittag irgendwo in Amerika" regt
sich eine Mutter darüber auf, wie viel Steuern sie zahlen muss. Als sie
abends noch von ihrem Sohn gefragt wird, ob sie in dessen Schule Klopapier
kaufen können, platzt ihr der Kragen und sie fragt sich, wo denn die ganzen
Steuern bleiben. Die Antwort ist nicht allzu schwer, denn 51 % der
US-Steuereinnahmen werden für das Militär ausgegeben und nur 7 % für die
Bildung.
Diesen Aufhänger benutzt
der US-amerikanische Zeichner, Autor und Soziologe Joel Andreas
zu einem Exkurs durch die von Machtgelüsten und Kriegstreiberei
geprägte US-Geschichte. Die Mutter und ihr Sohn aus dem Prolog
(sowie ein etwas unpassend wirkendes Skelett) sind dabei die Moderatoren.
Andreas beginnt bei Thomas Jefferson und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
und diagnostiziert den US-Gründungsvätern: "Nachdem sie sich
das Recht erstritten hatte, ihr Schicksal selbst in die Hand zu
nehmen, glaubten sie bedauerlicherweise auch über die Geschicke
aller anderen bestimmen zu müssen."
Unter diesem Motto folgt eine Aufzählung der von den USA geführter
oder angezettelter Kriege. Seltsamerweise blieb dabei der Sezessionskrieg
unberücksichtigt. Um so umfassender wird die jüngste Geschichte
dokumentiert, die schließlich zum Terroranschlag auf das World
Trade Center führte.
Hier stellt Andreas eine ansonsten in den USA kaum zu hörende Frage:
"Warum haben die das getan?" Hierzu wird dann in einer
recht großen Sprechblase Osama Bin Laden bezüglich seiner Motive
ausführlich zitiert.
Überhaupt lebt der sehr
textlastige Comic, den "Zweitausendeins" in einer brandaktuellen
neuen Auflage veröffentlicht, eher von seinen im Anhang akribisch
mit Quellennachweisen belegten Originalzitaten als von den schlichten
aber funktionierenden schwarzweißen Zeichnungen. Im letzten Teil
von "Süchtig nach Krieg" erzählt Andreas noch vom Zusammenhang
zwischen Militarismus und Medien. Anhand von Fakten und Zitaten
wird z. B. aufgezeigt wie der große Rüstungskonzern General Electric
ins Mediengeschäft einstieg um angstmachende Bombenstimmung zu
verbreiten. Zunächst half hier der ehemalige Konzernsprecher Ronald
Reagan und 1986 erwarb General Electric den Fernsehsender NBC.
"Süchtig nach Krieg" ist ganz zweifelsohne das Comic-Gegebenstück
zu Michael Moores "Fahrenheit
911".
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nach Krieg" bei ebay kaufen, hier anklicken
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