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Bombenstimmung

 

 

Titel:

Süchtig nach Krieg - Warum die USA nicht aufhören können Krieg zu führen

Text:

Joel Andreas, Übersetzung: Waltraut Götting

Zeichnungen/Inking/Farben:

Joel Andreas

Umfang:

75 Seiten

Format:

Album / sw.

Preis:

EUR 7,50

Verlag:

Zweitausendeins

Website:

www.zweitausendeins.de   




 

    

 


"An einem Freitagnachmittag irgendwo in Amerika" regt sich eine Mutter darüber auf, wie viel Steuern sie zahlen muss. Als sie abends noch von ihrem Sohn gefragt wird, ob sie in dessen Schule Klopapier kaufen können, platzt ihr der Kragen und sie fragt sich, wo denn die ganzen Steuern bleiben. Die Antwort ist nicht allzu schwer, denn 51 % der US-Steuereinnahmen werden für das Militär ausgegeben und nur 7 % für die Bildung.

 

Diesen Aufhänger benutzt der US-amerikanische Zeichner, Autor und Soziologe Joel Andreas zu einem Exkurs durch die von Machtgelüsten und Kriegstreiberei geprägte US-Geschichte. Die Mutter und ihr Sohn aus dem Prolog (sowie ein etwas unpassend wirkendes Skelett) sind dabei die Moderatoren. Andreas beginnt bei Thomas Jefferson und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und diagnostiziert den US-Gründungsvätern: "Nachdem sie sich das Recht erstritten hatte, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, glaubten sie bedauerlicherweise auch über die Geschicke aller anderen bestimmen zu müssen."


Unter diesem Motto folgt eine Aufzählung der von den USA geführter oder angezettelter Kriege. Seltsamerweise blieb dabei der Sezessionskrieg unberücksichtigt. Um so umfassender wird die jüngste Geschichte dokumentiert, die schließlich zum Terroranschlag auf das World Trade Center führte.

 

    

 

Hier stellt Andreas eine ansonsten in den USA kaum zu hörende Frage: "Warum haben die das getan?" Hierzu wird dann in einer recht großen Sprechblase Osama Bin Laden bezüglich seiner Motive ausführlich zitiert.

 

Überhaupt lebt der sehr textlastige Comic, den "Zweitausendeins" in einer brandaktuellen neuen Auflage veröffentlicht, eher von seinen im Anhang akribisch mit Quellennachweisen belegten Originalzitaten als von den schlichten aber funktionierenden schwarzweißen Zeichnungen. Im letzten Teil von "Süchtig nach Krieg" erzählt Andreas noch vom Zusammenhang zwischen Militarismus und Medien. Anhand von Fakten und Zitaten wird z. B. aufgezeigt wie der große Rüstungskonzern General Electric ins Mediengeschäft einstieg um angstmachende Bombenstimmung zu verbreiten. Zunächst half hier der ehemalige Konzernsprecher Ronald Reagan und 1986 erwarb General Electric den Fernsehsender NBC. "Süchtig nach Krieg" ist ganz zweifelsohne das Comic-Gegebenstück zu Michael Moores "Fahrenheit 911".

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