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Parallelen zum 11. September


 
Titel: DC Premium 23: Superman - Todestag
Text: Dan Jurgens
Zeichnungen/Inking/Farben: Dan Jurgens / Bill Sienkiewicz / Hi-Fi
Umfang: 92 Seiten
Format: Prestigeformat/farbig
Preis: EUR 11,- / Hardcoverausgabe 16,- EUR
Verlag: Panini
Website: www.paninicomics.de   


Ty Duffy ist Reporter beim Daily Planet. Zur Zeit arbeitet er an einer Story über ein Zugunglück. Auf Wunsch von Perry White soll er zum zehnten Jahrestag von Supermans Tod eine Geschichte zu den damaligen Ereignissen schreiben. Auf Vermittlung von Clark Kent (Superman) trifft er sich mit Blue Beetle und Booster Gold, die damals in der Justice League waren und die Ereignisse als Betroffene miterlebt hatten. Ein weiteres Treffen mit Jimmy Olsen und einem Polizisten, der damals bei Doomsdays Marsch durch Amerika schwer verletzt wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt, lenkt den Blick von Ty auf die unschuldig Betroffenen dieses wahnsinnigen Massakers. Doomsday wütete in Metropolis mit unvorstellbarer Grausamkeit und hinterließ nur Tod und Zerstörung.
 
    
 

Noch mehrere Unfälle und Katastrophen erschüttern währenddessen Amerika und Superman entdeckt, dass all diese auf einer Linie liegen: Dem Weg, den Doomsday vor zehn Jahren genommen hatte bei seinem Marsch auf Metropolis. Es kommt zum Treffen zwischen Ty und Superman, bei dem dieser Superman vorwirft, auch Schuld zu haben, an dem Tod und dem Leid der vielen Unschuldigen. Er fragt, warum man die Toten der damaligen Zeit vergisst, aber den Todestag eines einzelnen Mannes ehrt, der nicht einmal gestorben ist? Ein nicht ganz gewöhnlicher Ansatz, Ethik und kritische Fragen in Superheldencomics anzureißen. Ein Wesen erscheint - es nennt sich selbst Remnant - nimmt Ty gefangen und plant, den Daily Planet zu zerstören, um zu zeigen, dass Supermans Anwesenheit nicht nur Vorteile hat. Er ist auch der Urheber all dieser Anschläge.

Was man der Geschichte stark anmerkt, sind die Parallelen zu den Ereignissen vom 11. September in New York. Supermans Tod wird unterschwellig mit dieser Katastrophe, die alles Bekannte an schrecklichen Ereignissen auf amerikanischen Boden in den Schatten stellte, verglichen. "Der Aufschlag war ohrenbetäubend. Es war, als wäre eine Bombe detoniert.... und seither sehe ich diese Sekunden immer wieder vor mir ablaufen." Ein Ereignis traumatisiert die Menschen - das Unfassbare kann nicht verstanden und überwunden werden. Die Stärke Superman und die Stärke Amerikas hat für die Menschen in diesem Lande auch negative Konsequenzen. Wer trägt die Schuld? Der Autor Dan Jurgens, der auch mitverantwortlich für die gesamte Storyline um den Tod Supermans ist, nimmt sich hier zehn Jahre nach "Doomsday" noch einmal dieses Themas an und schafft eine kleine Bereicherung dieses doch damals eher sehr reißerisch aufgemachten Storybogens. Damals hatte dieses Ereignis - der Tod Supermans - in der gesamten Medienlandschaft in Amerika für großes Aufsehen gesorgt und das Heft SUPERMAN #75, das Heft in dem Doomsday schließlich Superman tötet, gehört zu den meist verkauften Heften aller Zeiten. Die Zeichnungen gehen unter die Haut: Die Vorzeichnungen von Dan Jurgens und das Finish von Bill Sienkiewicz passen zu der nachdenklichen und viele Fragen aufwerfenden Geschichte. Die Cover sind außergewöhnlich gut gelungen.

Norbert Elbers

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