Zweifelsohne hat sich die deutsche Comicbranche
ganz schön gewandelt. Der Carlsen Verlag zum Beispiel denkt nicht
mehr im Traum daran, eine aufwendig und schön gestaltete Reihe wie
seine "Carlsen Lux"-Serie fortzusetzen. Statt interessanter
Mischung aus internationaler Comickunst und mutiger Eigenproduktionen
sind jetzt hauptsächlich Manga-Taschenbücher und Superhelden-Prestigeausgaben
angesagt.
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Viele kleinere Verlage bemühen sich
darum, ehemalige Carlsen-Serien fortzusetzen ("Franka"
bei Epsilon, "Rick Master" bei Kult) oder präsentieren
gar Abschlussbände zu mittendrin unterbrochenen Miniserien ("Red
Road" bei Salleck). Der Comicplus-Verlag hingegen hat jetzt
mit einem etwas unglücklich ausgewählten Album ein Label namens
"Contura" gegründet, in dem "außergewöhnliche Einzeltitel"
erscheinen sollen.
Außergewöhnlich ist Dieter Jüdts "Viriconium" schon, aber
eher außergewöhnlich unzugänglich. Angesiedelt in einer in Seuchenbezirk
und Nobelviertel unterteilten Stadt namens Viriconium wird in betont
kunstvollen Bildern eine kaum nachvollziehbare aber spürbar anspruchsvolle
Geschichte erzählt. Zu einer Nominierung für den "Max- und
Moritz-Preis" in Erlangen hat es immerhin schon gereicht.
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