Der Wiener Zeichner
Helmut Kilian mochte ihn immer schon, den franko-belgischen Comic-Stil. Nun darf
er auch noch versuchen ihn gleich in einem Farbalbum umsetzen. Die zugehörige
Geschichte schrieb Wilfried Schuster, der bei der Wiener Polizei arbeitet und
daher sehr viel Insider-Information zu bieten hat. Somit wäre endgültig
erwiesen, dass viele Klischees gar keine Klischees sind. Es gibt gewisse
Stereotypen also ganz offensichtlich wirklich: Den rundlichen väterlichen
Revier- (bzw. Rayon-) Vorstand, den bulligen Waffennarren Rämbo (in der
"Police Academy" hieß er noch Tackleberry) und die tollkühne
Polizistin namens "TUSSI".
Abgesehen
von diesem gut recherchierten Einblicken in den Polizeialltag eignet
sich der Comic auch noch als Sprachführer für Wien-Touristen, denn
der Leser erfährt was "Klumpert" (minderwertiger Ramsch)
oder ein "Deckel" (Berechtigungsschein für Prostituierte)
ist.
Doch
damit nicht genug, denn das Album wurde auch noch von elf Firmen
"tatkräftig finanziell" unterstützt. Der Leser darf nun
auch noch versuchen die immer mal wieder mitten in den Panels platzierten
Firmenlogos zu finden. "Wachzimmer Zwetschkengasse" ist
mehr als ein Comic: Insider-Infos, Sprachführer, Suchspaß und Geduldspiel,
denn irgendwann werden Schuster und Kilian ihn schon draufhaben,
den franko-belgischen Comic-Stil.
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