Der israelische
Filmregisseur Ari Folman arbeitete in seinem Film “Waltz
with Bashir“ auf höchst ungewöhnliche Weise ein eigenes Trauma
auf. Er konnte fast gar nicht mehr an die Massaker erinnern, die israelische
Massaker in Palästinenser-Flüchtlingslagern erinnern, obwohl er selbst
als Soldat im ersten Libanonkrieg dabei war und danach von Alpträumen
gequält wurde. Seinen damaligen Kriegskameraden ging es ähnlich.
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Ari
Folman drehte zunächst konventionell auf Video eine hauptsächlich
aus Interviews mit ehemaligen Freunde und Kriegskameraden bestehende
Dokumentation. Anschließend ließ er diese Bilder vom
Team des Trickfilmers David Polonsky überarbeiten und um teilweise
leicht surreale Traumsequenzen ergänzen. So entstand Film dessen
Sinn sich jedoch nur bedingt erschließt und der schließlich
mit nicht animierten sondern realen Bildern des Massakers endet.
Doch die in einer Mischung
aus verschiedenen Animationsstilen (Flash, klassisch und 3D) entstandenen
Bilder faszinieren zweifelsohne. Folman legte Wert darauf festzustellen,
dass hier keine “realen Videos übermalt wurden“, sondern
die einzelnen Einstellungen des Filmes “von Grund auf neu gezeichnet
wurden“. Für sich betrachtet sind die so entstandenen
Bilder wirklich kleine Kunstwerke und dieser Bildband bietet eine
gute Gelegenheit dazu. Die einzelnen Bilder des Films wurden kunstvoll
zu einer Comicgeschichte (der Verlag verwendet den in letzter Zeit
inflationär gebrauchten Begriff “Graphic Novel“) montiert,
die in vielen Sequenzen besser als der Film funktioniert.
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