|
Der
Film:
Pünktlich zum DVD-Start des Kinoerfolges "Memoiren einer
Geisha" erscheint diese nicht mehr ganz taufrische BBC-Dokumentation,
die versucht in Zusammenarbeit mit Arthur Golden, dem Autor der
Romanvorlage zum Film, die Wahrheit hinter dem Mythos der japanischen
Gesellschaftsdamen zu finden.
Zwar grenzten sich die japanischen Geishas bereits seit dem 17. Jahrhundert
(damals übten auch Männer diesen Beruf aus) immer wieder
von den Prostituierten ab. Geishas wurden von frühster Jugend
an darauf gedrillt, ihren männlichen Besuchern ein möglichst
umfangreiches Bildungsprogramm aus Musik, Tanz und gepflegter
Konversation zu bieten. Ein Beischlaf gehörte nicht zwingend
dazu, aber das Privileg die Nacht mit einer jungfräulichen
Geisha-Novizin zu verbringen wurde gelegentlich schon einmal versteigert.
Die BBC-Doku bemüht sich um eine möglichst
vielschichtige Darstellung des Geisha-Gewerbes, das mittlerweile
vom Aussterben bedroht ist. So kommt auch die Frau eines Universitätsprofessors,
der begeisterter Geisha-Kunde ist, zu Wort und sie betont, dass
sie sich geehrt fühlen würde wenn ihr Mann eine Liebschaft
mit einer Geisha hätte. Interessant sind auch die Ausführungen
der Anthropologin Liza Dalby, die als erste westliche Frau in
Japan zur Geisha ausgebildet wurde.
|