Der
Film:
Eigentlich braucht die 17-jährige Momoko gar keine anderen Menschen.
Sie ist völlig glücklich damit gelegentlich ihr ödes
ländliches Kaff zu verlassen und nach Tokio zu fahren. Dort kauft
sie in ihrer Lieblingsboutique “Baby The Stars Shine Bright“ ein und
kommt sich inmitten ihrer phantasielos bekleideten Menschen wie eine
Rokoko-Prinzessin vor. Doch dann knallt die punkige Bikerin Ichiko
in ihr dadurch plötzlich in Fahrt kommendes Leben.
Das
ist eine ganz schön geballte Ladung, die Tesuya Nakashima dem
atemlosen Zuschauer da auf die Augen drückt. Andauernd und
immer auf der Fährte der jeweiligen Jugendkultur wechselt der
Stil des Filmes. Mal wird hektisch geschnitten, dann geht es romantisch
ruhig zu, gelegentlich sind die Bilder unscharf und mal mit Bildcollagen
garniert und bei Bedarf findet auch Zeichentrick Verwendung.
Doch
gerade durch die verschiedenen Ausdrucksmittel gewinnen die beiden
zunächst grell erscheinenden Hauptfiguren überraschend
viele Konturen. Momoko und Ichiko (und ihre Sehnsüchte) erscheinen
lebensnaher als dies sonst (oft auch gerade für westliche Zuschauer
in asiatischen Filmen) der Fall ist. Wem diese oft etwas aufgesetzte
französische Poesie á la “Amélie“ eher suspekt
als fabelhaft erscheint, der kommt bei den deutlich wilderen “Kamikaze
Girls“ garantiert voll auf seine Kosten.
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