Der
Film:
Als “Sonderausgabe zum 125. Geburtstag von Karl Valentin“ erscheint
eine DVD, die fünf ausgewählte Kurzfilme enthält. Insgesamt
drehte Valentin gemeinsam mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt ab
1912 knapp 30 Filme. Die auf der DVD enthaltenen Tonfilme entstanden
zwischen 1932 und 1936. Leider wurde auf hier eine Restaurierung verzichtet,
doch Bild- und Ton sind passabel und trüben kaum den Filmgenus.
Den
Auftakt macht der rundum gelungene Kurzfilm “Im Photoatelier“
(1932). Valentin und Karlstadt spielen hier zwei ziemlich untalentierte
Lehrbuben, die ordentlich feiern wollen als ihr Meister verreist.
Leider werden sie jedoch immer wieder von Kundschaft belästigt.
Vergeblich versuchen sie ein Baby, einen Henker und ein riesenwüchsiges
Brautpaar zu fotografieren. Von ähnlicher Qualität ist
“Die Orchesterprobe“ (1933). Hier terrorisiert
der spitzzüngige Musiker Valentin den Dirigenten Karlstadt.
Der Film gewinnt ungemein durch die teilweise völlig entfesselten
Musikdarbietungen.
Etwas
Geduld erfordern trotz ihrer nur 20-minütigen Laufzeit die
eher behäbig bis albern dahin plätschernden Kurzfilme
“Im Schallplattenladen“ (1934, Kunde Valentin quält
Verkäuferin Karlstadt) und “Der Firmling“
(1934, der schon reichlich angetrunkene Vater Valentin veranstaltet
mit seinem naiven Sohn Karlstadt einen äußerst zünftigen
Restaurantbesuch). Ein absoluter Höhepunkt ist dann das abschließende
bei aller Komik auch durchaus tragische Minidrama “Die Erbschaft“
(1936). Hier leben die Eheleute Karlstadt und Valentin in unbeschreiblicher
Armut und sind voller Hoffnung als sie eine Schlafzimmerausstattung
erben. Doch am Ende ist ihre ohnehin schon karg möblierte Wohnung
noch leerer...
Sicher
kann sich über die Zusammenstellung auf dieser DVD gestritten
werden, doch sie belegt auf alle Fälle die Einzigartigkeit
des Komikerduos und zeigt auch ganz nebenbei wie wichtig für
Karl Valentins schrägen Wortwitz die wandlungsfähig und
kaum minder komische Liesl Karlstadt war.
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