Der Film:
Die Sache mit dem Abschaffen der Einwegflaschen ist ganz schön nach hinten los gegangen. Die großen Lebensmitteldiscounter haben im Windschatten dieser eigentlich als Umweltschutzmaßnahme gedachten gesetzlichen Neuregelung gleich die Glasflasche nahezu komplett mit abgeschafft und setzen auf (in Plastik eingeschweißte) Plastik-Sixpacks. Wer diese Dokumentation von Werner Boote sieht wird (zumindest für eine Weile) mit sehr unguten Gefühlen zur Plastikflasche greifen.
“Plastic
Planet“ beschäftigt sich jedoch nicht nur mit den gesundheitsgefährdenden
Weichmachern, die in Plastikprodukten enthalten sind. Die u. a.
in den USA, Marokko, Japan und Indien gedrehte Dokumentation zeigt
auf, dass der kaum abbaubare Plastikmüll unsere Umwelt bereits dauerhaft
geschädigt hat. In den Weltmeeren ist Plastikabfall bereits sehr
viel stärker vertreten als Plankton, was dazu führt dass Fische
und Seevögel durch den Verzehr davon sterben.
Der Österreicher Werner Boote ist erblich vorbelastet. Sein Großvater war ein hohes Tier in der deutschen Plastikindustrie und verwöhnte den kleinen Werner mit Kunststoffspielzeug. Die Begeisterung für das biegsame und vielfach verwendbare Material ist Boote immer noch anzumerken, etwa wenn sich von Gunther von Hagen zeigen lässt, wie die Leichen-Plastination funktioniert oder wenn er bei einem japanischen Skulpteur Modell sitzt. Zwar erfährt der Dokumentarfilmer, dass ein Kollege des Modellbauers durch die giftigen Gase des verarbeiteten Kunststoffmaterials gestorben ist, doch die Freude an der kleinen Plastik-Büste, die Boote erstaunlich ähnlich sieht, mindert dies kaum.
“Plastic
Planet“ stellt sehr gut (fast möchte man sagen plastisch)
die Zwickmühle dar, in der wir uns befinden. Neben den Gefahren
wird auch die Faszination für den so nett und harmlos wirkenden
Grundstoff für die meisten Kinderspielzeuge aufgezeigt.
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