Der
Film:
Bereits 1995 verfilmte Oliver Stone mit “Nixon“ das Leben
eines alles andere als sonderlich beliebten republikanischen US-Präsidenten.
Entgegen allen Erwartungen demontierte der bekennende Linke diesen
nicht völlig, sondern gestand ihm eine gewisse “Restmenschlichkeit“
zu. Ähnlich verhält es sich mit Stones Filmporträt
von George W. Bush, das noch zu dessen Amtszeit in die US-Kinos kam
(bei uns lief der Film zeitgleich mit seiner DVD-Premiere auf Pro7).
Mit
einem ähnlich getragenen Tempo wie einst bei “Nixon“
- also ohne die bei ihm üblichen hektischen Schnitte – erzählt
Stone übersichtlich verschachtelt aus dem Leben von George
W. Bush. Die Rahmenhandlung stellt – immer wieder unterbrochen von
Rückblenden – die Beratungen im Weißen Haus nach, die
im Anschluss an die Anschläge des 11. Septembers 2001 stattfanden.
Beide
Teile des Filmes sind gelungen. In den Rückblenden verkörpert
Hauptdarsteller Josh Brolin glaubhaft einen jungen “W“, der unter
dem übermächtigen Vater (James Cromwell) leidet und auch
daher gerne zur Flasche greift. Die Rahmenhandlung mit President
“W“ hingegen zeigt einen Haufen skrupelloser Karrieristen, der sich
darüber freut endlich einen Grund für kriegerische Aktivitäten
zu haben. Einzig Colin Powell (Jeffrey
Wright)
kommt hierbei noch halbwegs positiv weg, während Richard Dreyfuss
so lebenshah in der Rolle des intriganten Vizepräsidenten Dick
Cheney aufging, dass er kaum noch zu erkennen war.
Das
ist im Detail alles hochinteressant und bestens in Szene gesetzt,
doch wie (und wieso!) der nicht eben helle Alkoholiker aus den Rückblenden
zum mächtigsten Mann der Welt aufsteigen konnte, vermag auch
ein Oliver Stone nicht wirklich zu erklären
.
|