Der
Film:
Während des Dritten Reichs, verliert Hans (Hansjörg
Felmy) mangels
brauner Gesinnung seinen Job als Feuilletonredakteur, während sein
rücksichtsloser Klassenkamerad Bruno (Robert
Graf)
auf die Moral pfeift und es sich als hohes Tier in der Partei gut
gehen lässt. Auch nach dem Krieg schafft es Bruno mal wieder, das
Schicksal zu seinen Gunsten zu lenken. Die Besatzer halten ihn für
unentbehrlich und schnell steigt er zum angesehenen Geschäftsmann
auf. Doch dann macht sich Hans daran, einen Artikel über Brunos braune
Vergangenheit zu schreiben...
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Die
eher konventionelle Handlung von “Wir Wunderkinder“ basiert auf
einem Roman von Hugo Hartung. Dieser schrieb bereits “Ich
denke oft an Piroschka“ und Kurt Hoffmann machte schon aus diesem
Buch einen äußerst liebenswerten Film. Dies trifft auch
auf “Wir Wunderkinder“ zu. Erzählt wird die Geschichte vom
rechtschaffenen Hans, der beim Anblick der Nazis immer brav die
Faust in der Tasche ballt und schweigt, anständig durchs Dritte
Reich kommt, eine süße Dänin (wirklich süß:
Johanna von Koczian) heiratet und in der Nachkriegszeit doch noch
zum Widerstandskämpfer wird. Dieser Teil des Films bedient
(eher charmant als routiniert) alle Elemente des gehobenen bundesdeutschen
Kinolustspiels und die Zeitgeschichte ist dabei eher Kulisse.
Doch
zum Glück gibt es noch eine zweite Ebene, die “Wir Wunderkinder“
zur einzig wirklich gelungenen Verknüpfung aus Kino und Kabarett
macht. Jemand hatte die geniale Idee Wolfgang Neuss und Wolfgang
Müller (die bereits Hoffmanns “Das Wirthaus am Spessart“ zu
einem großen Vergnügen machten) als Conférenciers
einzusetzen. Das eingespielte Duo unterbricht die Handlung und schmettert
Songs wie “Stimmung, es lebe die Nachkriegszeit, denn bald haben
wir schon wieder Vorkriegszeit!“ Da bleibt kein Auge trocken und
die eher biedere Geschichte wird satirisch zugespitzt.
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