Stimmung, es lebe die Vorkriegszeit!


 
Filmtitel: Wir Wunderkinder
Originaltitel: -
Land, Jahr: D 1958
Regie: Kurt Hoffmann
Buch: Heinz Pauck, Günter Neumann nach einem Roman von Hugo Hartung
Produzent: Eberhard Krause, Hans Abich
Musik: Franz Grothe
Darsteller: Hansjörg Felmy, Johanna von Koczian, Robert Graf, Wolfgang Neuss, Wolfgang Müller, Elisabeth Flickenschildt, Ingrid Pan, Ingrid van Bergen, Jürgen Goslar, Liesl Karlstadt, Tatjana Sais, Wera Frydtberg
Website: www.kinowelt.de      


Der Film:
Während des Dritten Reichs, verliert Hans
(Hansjörg Felmy) mangels brauner Gesinnung seinen Job als Feuilletonredakteur, während sein rücksichtsloser Klassenkamerad Bruno (Robert Graf) auf die Moral pfeift und es sich als hohes Tier in der Partei gut gehen lässt. Auch nach dem Krieg schafft es Bruno mal wieder, das Schicksal zu seinen Gunsten zu lenken. Die Besatzer halten ihn für unentbehrlich und schnell steigt er zum angesehenen Geschäftsmann auf. Doch dann macht sich Hans daran, einen Artikel über Brunos braune Vergangenheit zu schreiben...
 
    
 

Die eher konventionelle Handlung von “Wir Wunderkinder“ basiert auf einem Roman von Hugo Hartung. Dieser schrieb bereits “Ich denke oft an Piroschka“ und Kurt Hoffmann machte schon aus diesem Buch einen äußerst liebenswerten Film. Dies trifft auch auf “Wir Wunderkinder“ zu. Erzählt wird die Geschichte vom rechtschaffenen Hans, der beim Anblick der Nazis immer brav die Faust in der Tasche ballt und schweigt, anständig durchs Dritte Reich kommt, eine süße Dänin (wirklich süß: Johanna von Koczian) heiratet und in der Nachkriegszeit doch noch zum Widerstandskämpfer wird. Dieser Teil des Films bedient (eher charmant als routiniert) alle Elemente des gehobenen bundesdeutschen Kinolustspiels und die Zeitgeschichte ist dabei eher Kulisse.

Doch zum Glück gibt es noch eine zweite Ebene, die “Wir Wunderkinder“ zur einzig wirklich gelungenen Verknüpfung aus Kino und Kabarett macht. Jemand hatte die geniale Idee Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller (die bereits Hoffmanns “Das Wirthaus am Spessart“ zu einem großen Vergnügen machten) als Conférenciers einzusetzen. Das eingespielte Duo unterbricht die Handlung und schmettert Songs wie “Stimmung, es lebe die Nachkriegszeit, denn bald haben wir schon wieder Vorkriegszeit!“ Da bleibt kein Auge trocken und die eher biedere Geschichte wird satirisch zugespitzt.





Die DVD:
Anbieter: Kinowelt
Länge: 103 min
Format: 16 : 9, nicht anamorph
Sprachen und Ton: Deutsch (Mono)
Untertitel: Deutsch
Ländercode: 2

Extras:
  • Galerie mit 8 Fotos

  • Biografien zu Hansjörg Felmy, Wolfgang Neuss, Elisabeth Flickenschildt und Ingrid van Bergen

  • Lustiger Trailer mit Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller (3 min)

  • Trailer zu Deutschland ein Sommermärchen", "Die Sünderin“, “Der Hauptmann von Köpenick“, "Die Schachnovelle", "Und ewig singen die Wälder", "Der eiserne Gustav", "Der Transport", "Hoffmanns Erzählungen" und "Die Reise der Pinguine"  

 


Mankos:

Kaum Extras, nicht anamorph.

Fazit:
Ein deutscher Nachkriegsklassiker auf einer eher spartanisch ausgestatteten DVD in durchschnittlicher Bildqualität.

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