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Wenn am Anfang der Parodie “Walk Hard“
der ebenso legendäre wie fiktive Musiker
Dewey Cox (John C. Reilly) vor jedem Auftritt sein komplettes
Leben gedanklich Revue passieren lässt, zeigt dies, dass
es für die erfolgreiche Inszenierung von Filmbiografien berühmter
Musiker bereits unumstößliche goldene Regeln gibt.
Genau wie in James Mangolds “Walk Hard“ oder in Olivier Dahans Edith-Piaf-Biopic “La Vie
en Rose“ bildet auch bei “Hilde“ ein wichtiges Konzert
der nicht mehr ganz jungen Hauptfigur die Rahmenhandlung für
eine Ansammlung von Rückblenden.
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Dieser Kunstgriff funktioniert auch diesmal bestens. Den Reigen von
Rückblenden eröffnet ein Blick auf die noch sehr junge
ehrgeizige Hildegard Knef (absolut glaubhaft: Heike Makatsch)
des Jahres 1943, die unbedingt beim Film Karriere machen will.
Basierend auf Knefs Autobiografie “Der geschenkte Gaul“ erzählt
eine interessante Sequenz, wie die Hauptfigur auf eine Privatparty
des Filmmanagers Ewald von Demandowsky geht. Dabei trägt
sie genau jenes Kleid, das in einer anschließenden Filmvorführung
des Hans-Albers-Films “Große
Freiheit Nr. 7“ auch die Hauptdarstellerin Ilse Werner
auf der Leinwand trägt. Von Demandowsky bricht mitten im
Film die Projektion von Helmut Käutners Meisterwerk ab und
führt aus, dass “gut gemachte“ aber tendenziell bedenkliche
“Filme wie dieser“ nichts in deutschen Kinos zu suchen haben.
Die junge Knef verfällt dennoch dem Charme des verheirateten
Parteibonzen Demandowsky und zieht in dessen Villa “Große
Freiheit Nr. 7“.
Große Aufmerksamkeit widmet der Film “Hilde“ auch der Entnazifizierung
seiner Hauptfigur, wobei der nach Deutschland zurückgekehrte
Produzent Erich Pommer (Hanns Zischler) zu ihrem väterlichen
Mentor wird, sowie dem ersten Ausflug nach Hollywood. Dort war
die ehrgeizige Schauspielerin durch einen Vertrag mit dem “Vom
Winde verweht“-Produzenten David O. Selznick zum Warten
und Nichtstun verdammt. Im Schweinsgalopp folgt dann der Skandal
um den ultrakurzen Nacktauftritt in Willi Forsts “Die Sünderin“,
der anschließende Erfolg im internationalen Filmgeschäft
und am Broadway sowie die Liebesgeschichte mit dem jungen Briten
David Cameron.
Eine weitere goldene Regel für Filmbiographien ist, dass der
Film – siehe Tim Burtons “Ed
Wood“ oder Michael Manns “Ali“
– zum richtigen Zeitpunkt mit dem Erzählen aufhören,
also genau dann wenn es für die Hauptfigur am Schönsten
war. Bittere Enden taugen allenfalls für einige knappe Texttafeln
vor dem Abspann. Daher gipfelt beim Film “Hilde“ die
Ansammlung von Rückblenden schließlich in einem erfolgreichen
Auftritt, den die Knef in der Berliner Philharmonie im Jahre 1966
vor ausverkauften Hause absolvierte. Hier singt Heike Makatsch
in einer interessanten Mischung aus Imi- und Interpretation den
wohl bekanntesten Knef-Song “Für mich soll´s rote
Rose regnen“ singt. Die darauf folgende Standing Ovation
erscheint durchaus nachvollziehbar.
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