Nachdem Clint Eastwood mit “Flags
of our Fathers“ einen verhalten kritischen und chaotisch strukturierten
Film über US-Heldenpropaganda im Zweiten Weltkrieg drehte, wechselte
direkt im Anschluss an die Dreharbeiten die Fronten. “Letters from
Iwo Jima“ spielt am selben Kriegsschauplatz. Der Film schildert die
blutige Schlacht um die Pazifikinsel Iwo Jima jedoch aus der Sicht
der japanischen Soldaten, die vergeblich versuchen einen technisch
weit überlegenen und oft unmenschlich operierenden Gegner aufzuhalten.
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Hauptfiguren des sich an erst kürzlich
aufgefundene Soldatenbriefe orientierenden Films sind der besonne
Kommandant Kuribayashi (Ken Watanabe aus “Last
Samurai“) und der Bäcker Saigo, der hofft zu überleben um einmal
seine neugeborene Tochter sehen zu können. Kuribayashi, der genau
wie der ihm unterstellte Baron Nishi, ein Olympia-Sieger im Springreiten,
die USA bereist hat und das Land bewundert, weiß dass er keine Chance
gegen die Hightech-Army hat. Er setzt aber trotzdem alles daran
es den US-Streitkräften so schwer wie möglich zu machen...
Eastwood stellt in kurzen (diesmal aber sinnvollen) Rückblenden
die Hauptfiguren vor und lässt sich Zeit die Ruhe (und Angst)
vor dem Sturm zu schildern. Die dann folgenden Kampfszenen wirken
ähnlich drastisch wie in “Der Soldat Ryan“. Doch im Gegensatz
zu seinem Produzenten Spielberg gelang Eastwood hier ein trotz seiner
nicht gerade kurzen Laufzeit durchgehend bewegener Film über
die Schrecken des Krieges, dem es hoffentlich an der Kinokasse nicht
zum Verhängnis wird, dass er in japanischer Originalfassung
mit Untertiteln gezeigt wird. Auf DVD erschien dann seltsamerweise
eine deutsch synchronisierte Version.
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