Auf dem Manila International Airport verzögert sich ein Flug nach Deutschland. Die Passagiere haben daher reichlich Zeit sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, die oft um Sextourismus kreisen. Keiner kommt an Martin Semmelrogge vorbei, der sich auf dem Klo häuslich eingerichtet hat und den Toilettenbenutzern Fotos von seinen beiden phillipinischen Freundinnen ("eine für den Sommer und eine für den Winter") aufdrängt. Immerhin sorgt er dafür, dass die Klofrau Mercy auch jedes Mal ihren Obolus erhält.
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Romuald
Karmakar erntete Lorbeeren als er Götz George den "Todmacher"
Haarmann spielen ließ und Verwirrung als Manfred Zapatka in "Das
Himmler-Projekt" stundenlang eine Rede von Heinrich Himmler
aufsagte. Auch in "Manila" greift er zu eigentlich unfilmischen
Mitteln und lässt ein großes Ensemble sehr guter Schauspieler über
den alltäglichen Urlaubs- und Reise- und Größenwahn der Deutschen
so authentisch wie möglich parlieren.
Die räumliche Beschränkung
auf einen (wenn auch sehr geräumigen) Schauplatz und das bloße Erzählen
markanter Erlebnisse ist fesselnder als es eine filmische Nachstellung
dieser Situationen vor Ort in Manila je hätte sein können. Nur der
nicht enden wollende Chor der Gefangenen von Manila am Ende des
Filmes mit seinem "Polizeistunde kennen wir nicht" - Refrain
trübt ein wenig den mehr als positiven Gesamteindruck dieses ungewöhnlichen
Filmes, dessen Kinoeinsatz immer wieder verzögert wurde.
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