Wer den Namen Marie Antoinette hört,
denkt meist sofort an das ihr zugeschriebene Zitat “Die Leute haben
kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen.“ und folgert dann, dass da
jemand wohl nicht völlig zu Unrecht auf der Guillotine gelandet
ist. Doch ein Buch von Antonia Fraser wirft ein sehr viel gnädigeres
Licht auf die junge Frau, die 1774 im Alter von 18 Jahren zur französischen
Königin wurde.
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Sofia Coppola (“The
Virgin Suicides“, “Lost
in Translation“) verwandelte Frasers Biografie in einen mitreißenden
Film. Emotional nachvollziehbar wird geschildert wie ein 14-jähriges
Mädchen das heimische Österreich verlässt und sich
in Versailles mit pompösen Zeremoniellen und einem gleichgültigen
Ehemann herumärgern muss. Völlig verständlich, dass
sich die junge Frau in Pomp und Partys flüchtet. Genau wie
die Monarchin bekommt auch der Kinobesucher Armut und Elend der
französischen Bevölkerung nicht zu sehen und die Revolution
beendet wie eine Naturgewalt die mehr als ein Jahrtausend andauernde
Monarchie.
Dank des natürlichen Spiels von Kirsten Dunst, den wohnlich
hergerichteten Originalschauplätzen und der geschickten Mischung
aus damaligen und heutigen Musikstücken ist “Marie Antoinette“
alles andere als ein plüschig verstaubter Kostümfilm.
Das äußerst vielschichtige und sehr sinnliche Filmvergnügen
wirkt zeitweilig wie ein Update von “Sissi“
mit Romy Schneider.
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