Nachdem “Liebling, ich hab die Kinder
geschrumpft“ gutes Geld einspielte und auch fortgesetzt wurde,
heuerte Disney-Tochter Touchstone ein zweites Mal den ehemaligen
Trickspezialisten Joe Johnston als Regisseur an und konnte sich auch
diesmal auf ihn verlassen. Das Drehbuch nimmt zwar reichlich Änderungen
an Dave Stevens "Rocketeer"-Comic
vor, schafft es aber sehr gut den nostalgischen Reiz der bewusst naiven
Geschichte in den Film rüberzuretten.
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Die wesentlichste Änderung liegt
wohl in der Gestaltung der weiblichen Hauptfigur. Im Comic träumt
Betty, die optisch an Bettie Paige angelehnte Freundin von "Rocketeer"
Cliff Secord, davon Filmstar zu werden und lässt, um es zu
werden, andauernd Nacktfotos von sich machen. Im Film heißt
sie Jenny, wird von Jennifer Connelly (“Es
war einmal in Amerika“, “Die
Reise ins Labyrinth“) gespielt, ist viel naiver und arbeitet
tatsächlich in einem Filmstudio. Diese Änderung liegt
sicher nicht nur daran, dass der Film ja quasi eine Disney-Produktion
ist (Touchstone hatte hingegen keine Bedenken in “Pretty
Woman“ zu zeigen, wie prima das Leben einer Nutte ist), sondern
durch das Filmmilieu kann der interessanteste Charakter des Films
eingeführt werden. Der etwas glücklose 007 Timothy Dalton
("Der Hauch des
Todes") spielt den für die Nazis spionierenden
und an Errol Flynn angelehnten Filmstar Neville Sinclair als überzeugende
Mischung aus Herzensbrecher und Schurke.
Während in Dave Stevens Comic der Raketenrucksack des Rocketeers
von Doc Savage, einem
Pulp-Helden der dreißiger Jahre, entwickelt und die Erfindung
nur fälschlicherweise Howard Hughes zugeschrieben wurde, ist
im Film der öffentlichkeitsscheue Flugfetischist und besessene
Filmproduzent Hughes tatsächlich der Erfinder des Einmann-Flugkörpers.
Ansonsten nutzt das Drehbuch alle markanten Action-Momente des Comics
und bringt durch das Hollywood der 30er Jahre noch zusätzliche
Reize mit ein. Bill Campbell ist überzeugend als naiver und
gradliniger Held, Alan Arkin spielt den kauzigen Mechaniker Peevy
und auch die Nebenrollen (u. a. Paul Sorvino und Ed Lauter) sind
in guten Händen. Ein sehr schöner Film, der zwar an “Indiana
Jones“ erinnert, aber durch Konzentration auf Personen
und Geschichte und durch Verzicht auf permanente Reizüberflutung
durchaus eigene Wege geht.
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