Zwar hat Süd-Korea keine vergleichbare
Monster-Tradition wie Japan mit seinen langlebigen “Godzilla“- und
“Gamera“-Filmreihen, doch die dortige Filmindustrie produzierte 1967
mit “Taekoesu Yonggary“ (der bei uns als “Godzillas Todespranke“ in
den Jugendvorstellungen lief) einen kleinen Klassiker des Man-in-Monstersuit-Genres.
Doch jetzt wurde auf Modelleisenbahnlandschaften zerstampfende Männer
in Gummianzügen verzichtet und tricktechnisches Knowhow in den
USA (bei der schon für "Harry Potter" tätigen
Firma "The Orphanage") eingekauft. Pikanterweise wurde damit
in Südkorea ein Film zusammengebastelt, der alles andere als
freundlich mit Amerika umspringt.
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Zum Auftakt des Films wird gezeigt,
wie ein US-Konzern ungeniert die Abfälle von genetischen Experimenten
einfach in den mitten durch Seoul fließenden Fluss Han entsorgt.
Zwei Jahre später gibt es die Quittung und eine seltsame Mischung
aus Nashorn, Saurier und Fisch entsteigt den Fluten und metzelt
die Bevölkerung Seouls nieder um anschließend bis zur nächsten Untat
spurlos zu verschwinden. Dabei entführt die Bestie die Tochter eines
Kioskbesitzers, der gemeinsam mit seiner alles andere als heroischen
(oder gar intelligenten) Verwandtschaft den Kampf aufnimmt und dabei
immer noch effektiver als die ungeniert in der Fremde operierende
US-Army ist...
Dem Erfolgsregisseur Joon-Ho-Bong ("Memories of Murder")
gelang mit “The Host“ eine alles andere als homogene aber höchst
anregende Mixtur aus Monsterfilm, Sozialkritik und Klamauk, die
in Südkorea zum erfolgreichsten Film aller Zeiten wurde. Unvergleichlich
wie die Bestie (allen Spielregeln des Horrorkino zum Trotz gleich
nach wenigen Minuten) in voller Gruselpracht am helllichten Tag
einen blutigen Amoklauf inmitten einer Menschenmasse veranstaltet.
Etwas befremdlich wirkt hingegen manche humoristische Einlage, doch
der Asiate lacht halt etwas anders als unsereins. Insgesamt ist
es nicht unsympathisch, dass es diesmal nicht einigen Superhelden
oder –hirnen gelingt den Drachen zu bezwingen sondern einer reichlich
abgewrackten Unterschichts-Familie.
Mittlerweile liegt “The Host“ auch
auf Blu-ray vor, hier gibt es als Bonus noch "Barking Dogs
Never Bite" das Erstlingswerk von Regisseur Joon-ho Bong auf
einer Extrascheibe in Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
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