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Normalerweise lache ich niemals im Kino. Absolut nie jedoch würde
ich öffentlich im Kino weinen. Das galt allerdings nur bis zum letzten
Dienstag. Da sah ich "Zwei Brüder", den neuen Film von
Jean-Jacques Annaud (“Der Name der Rose“) und das hat mich eines besseren belehrt.
Schon bei der Eröffnungssequenz, die das Liebeswerben zweier Tiger zeigt,
und danach eine glückliche Kleinfamilie irgendwo im Dschungel, kamen mir
die ersten Tränen. Das ganze war SO idyllisch - untermalt von traumhafter
Musik von Stephen Warbeck (Oscar für "Shakespeare in Love") -,
dass sofort klar war, dass diese Familie demnächst vor schwere Prüfungen
gestellt werden würde und so sollte es dann auch zu Herzen gehend auch
kommen.
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Der Abenteurer Aidan McRory (Guy Pearce aus “Memento“), der mit Tiertrophäen kein Geld mehr verdienen
kann, und dessen Abenteuerromane sich auch nicht besonders gut
verkaufen, sattelt um auf Tempelraub. In
einem namenlosen Land in Indochina stiehlt er alte Buddhastatuen.
Ausgerechnet aus dem Tempel, in dem unter den lächelnden Augen
Buddhas die Tigerbabys zur Welt kamen. Es kommt, wie es kommen
muss. Der Vater der Tigerfamilie wird getötet und eines der Kinder
von der Mutter getrennt. Und obwohl seine Mutter alles zur Rettung
versucht, und auch McRory sich um den Kleinen rührend bemüht,
landet "Kumal" im Zirkus. Wenig später schlägt das Schicksal
erneut zu. McRory, von den Kolonialbehörden gezwungen, eine Tigerjagd
zu organisieren, fängt ausgerechnet die Mutter und den verbleibenden
Sohn. Die Mutter entkommt im letzten Moment, doch "Sangha"
fällt in die Hände des Sohns des Gouverneurs. Zunächst als Schoßtier
verhätschelt fällt der junge Tiger in Ungnade, als er mehr oder
weniger in Notwehr den Haushund erlegt. Er wird dem lokalen König
zum Geschenk gemacht. Die beiden Brüder sehen sich erst als junge
Erwachsene wieder, als der König eines Tages einen traditionellen
Tigerkampf inszeniert. In einer absolut rührenden Szene erkennen
die beiden sich nach heftigem Kampf wieder (sie spielen Ball)
und versuchen gemeinsam zu entkommen. Dabei setzen beide die Fähigkeiten
ein, die sie in ihrem jeweiligen Leben gewonnen haben...
Dieser Film hat alles, was großes Familienkino
braucht. Die menschlichen Charaktere könnten etwas weniger klischeehaft
sein, fügen sich aber gut ein in einen Film, der von Tieren handelt. Die
Musik ist einfach zum Dahinschmelzen, und die Landschaftsaufnahmen schwer
beeindruckend. Den sinnlosen Vergleich mit Annauds "Der Bär"
erspare ich mir, denn "Zwei Brüder" hat jedes Recht, alleine genannt
zu werden. Ich bin mir sicher, diesen Film nicht zum letzten Mal gesehen zu
haben.
Samar Ertsey
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