Wirklich GROSSE Emotionen unter Tigern

 

 

Filmtitel:

Zwei Brüder

Originaltitel:

Deux frères / Two Brothers

Land, Jahr:

Frankreich / GB 2004

Regie:

Jean-Jacques Annaud

Buch:

Jean-Jacques Annaud, Alain Godard

Produzent:

Jean-Jacques Annaud

Musik:

Stephen Warbeck

Darsteller:

Guy Pearce, Jean-Claude Dreyfus, Philippine Leroy Beaulieu, Mai Anh Le, sowie die Tiger "Kumal" und "Sangha"

Länge:

109 min

Website:

www.universumfilm.de



Normalerweise lache ich niemals im Kino. Absolut nie jedoch würde ich öffentlich im Kino weinen. Das galt allerdings nur bis zum letzten Dienstag. Da sah ich "Zwei Brüder", den neuen Film von Jean-Jacques Annaud (“Der Name der Rose“) und das hat mich eines besseren belehrt. Schon bei der Eröffnungssequenz, die das Liebeswerben zweier Tiger zeigt, und danach eine glückliche Kleinfamilie irgendwo im Dschungel, kamen mir die ersten Tränen. Das ganze war SO idyllisch - untermalt von traumhafter Musik von Stephen Warbeck (Oscar für "Shakespeare in Love") -, dass sofort klar war, dass diese Familie demnächst vor schwere Prüfungen gestellt werden würde und so sollte es dann auch zu Herzen gehend auch kommen.

 

    

 

 

Der Abenteurer Aidan McRory (Guy Pearce aus “Memento“), der mit Tiertrophäen kein Geld mehr verdienen kann, und dessen Abenteuerromane sich auch nicht besonders gut  verkaufen, sattelt um auf Tempelraub. In einem namenlosen Land in Indochina stiehlt er alte Buddhastatuen. Ausgerechnet aus dem Tempel, in dem unter den lächelnden Augen Buddhas die Tigerbabys zur Welt kamen. Es kommt, wie es kommen muss. Der Vater der Tigerfamilie wird getötet und eines der Kinder von der Mutter getrennt. Und obwohl seine Mutter alles zur Rettung versucht, und auch McRory sich um den Kleinen rührend bemüht, landet "Kumal" im Zirkus. Wenig später schlägt das Schicksal erneut zu. McRory, von den Kolonialbehörden gezwungen, eine Tigerjagd zu organisieren, fängt ausgerechnet die Mutter und den verbleibenden Sohn. Die Mutter entkommt im letzten Moment, doch "Sangha" fällt in die Hände des Sohns des Gouverneurs. Zunächst als Schoßtier verhätschelt fällt der junge Tiger in Ungnade, als er mehr oder weniger in Notwehr den Haushund erlegt. Er wird dem lokalen König zum Geschenk gemacht. Die beiden Brüder sehen sich erst als junge Erwachsene wieder, als der König eines Tages einen traditionellen Tigerkampf inszeniert. In einer absolut rührenden Szene erkennen die beiden sich nach heftigem Kampf wieder (sie spielen Ball) und versuchen gemeinsam zu entkommen. Dabei setzen beide die Fähigkeiten ein, die sie in ihrem jeweiligen Leben gewonnen haben...

 

Dieser Film hat alles, was großes Familienkino braucht. Die menschlichen Charaktere könnten etwas weniger klischeehaft sein, fügen sich aber gut ein in einen Film, der von Tieren handelt. Die Musik ist einfach zum Dahinschmelzen, und die Landschaftsaufnahmen schwer beeindruckend. Den sinnlosen Vergleich mit Annauds "Der Bär" erspare ich mir, denn "Zwei Brüder" hat jedes Recht, alleine genannt zu werden. Ich bin mir sicher, diesen Film nicht zum letzten Mal gesehen zu haben.

 

Samar Ertsey


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